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Conti-Tech nimmt 10 Milliarden-Umsatz ins Visier

Hannover Messe Conti-Tech nimmt 10 Milliarden-Umsatz ins Visier

Der weltgrößte Kautschukspezialist Conti-Tech setzt sich nach der Übernahme des US-Konkurrenten Veyance ehrgeizige Ziele. „Bis zum Jahr 2022 wollen wir für 10 Milliarden Euro Umsatz stehen“, sagte Conti-Tech-Chef Hans-Jürgen Duensing auf der Hannover Messe.

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„Globalisierung zahlt sich aus“: Hans-Jürgen Duensing (rechts), Conti-Tech-Chef und Stephan Weil auf der Hannover Messe.

Quelle: Sieg

Hannover. Im vergangenen Jahr hatten die Hannoveraner erstmals die Marke von 5 Milliarden Euro überschritten.

Duensing machte deutlich, dass er den Quantensprung nicht allein durch organisches Wachstum erreichen will. Weitere Firmenübernahmen seien durchaus Teil des Plans. „Wir haben den Radar nicht ausgeschaltet“, so Duensing. Erst Anfang 2015 hatte Conti-Tech die mit 1,9 Milliarden Dollar teuerste Übernahme der Firmengeschichte gestemmt. Der Erwerb von Veyance - wie die Continental-Tochter ein Spezialist für Schläuche, Transportbänder und Luftfedern - sei „strategisch die beste Investition gewesen, die Conti-Tech je gemacht hat“, meinte der Konzernchef. Mit Veyance, einst eine Ausgliederung von Goodyear, konnten die Hannoveraner ihr Industriegeschäft stärken und ihre Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern.

Vor allem dem Zukauf ist es zu verdanken, dass Conti-Tech im vergangenen Jahr beim Umsatz um 37 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro und bei der Belegschaft um gut ein Viertel auf 43 000 Menschen zulegte. „Die Globalisierung zahlt sich auch für die Mitarbeiter in Hannover aus“, meinte Duensing. Am Konzernsitz, wo vor allem Antriebssysteme, Luftfedern und Auto-Innenraumfolien hergestellt werden, seien 100 neue Jobs geschaffen worden, hieß es.

Allerdings hatte Conti-Tech im Gegenzug gut 100 Jobs in Salzgitter abgebaut, wo ein Werk für Kühlschläuche geschlossen wurde. Es war nicht die einzige Restrukturierung. Die Krise auf den Rohstoffmärkten zwang Duensing kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr zu mehreren Werksschließungen und -sanierungen. Allein sieben Werke auf fünf Kontinenten waren betroffen, Hunderte Jobs wurden gestrichen, mehr als 110 Millionen Euro fielen für Schließungskosten und Wertberichtigungen an. Das und Abschreibungen auf den Firmenwert von Veyance hat das Ergebnis vor Steuern und Zinsen im vergangenen Jahr um mehr als 60 Prozent auf 171 Millionen Euro abstürzen lassen.

Ob bei den Werksschließungen nun das Ende der Fahnenstange erreicht sei, wollte der Conti-Tech-Chef nicht sagen. „Ich habe mich davon verabschiedet, in der Branche auf Prognosen zu setzen.“ Angesichts dramatisch niedriger Preisniveaus halten derzeit sowohl Bergbau- als auch Ölfirmen ihr Geld zusammen, was viele Zulieferer in Existenznot bringt. Conti-Tech könne das aufgrund seiner breiten Aufstellung leichter verkraften, so Duensing. Die Conti-Tochter macht etwa die Hälfte des Geschäfts mit den Autoherstellern, der Rest entfällt auf diverse Industriesparten. Derzeit überkompensiere das Autogeschäft die Flaute im Rohstoffbereich, meinte der Firmenchef, der auch im Konzernvorstand von Continental sitzt.

Besonders erfolgreich ist derzeit die hannoversche Tochter Benecke-Kaliko, deren Auto-Innenraumfolien stark gefragt sind. Sie allein legte im vergangenen Jahr um fast ein Fünftel auf 550 Millionen Euro zu. Gerade hat sie in China ein 40 Millionen Euro teures neues Werk gebaut - die größte Einzelinvestition für Conti-Tech überhaupt.

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