Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Conti plant millionenschweren Personalabbau
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti plant millionenschweren Personalabbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 05.05.2016
Von Lars Ruzic
Bei Continental in Gifhorn werden in der Stammbelegschaft 600 Arbeitsplätze abgebaut. Quelle: dpa
Anzeige
Gifhorn

Weil sich beide Seiten auf den Verzicht von betriebsbedingten Kündigungen geeinigt haben, will Conti den Beschäftigten mit lukrativen Abfindungen den Abschied schmackhaft machen. Je nach Alter und Betriebszugehörigkeit kann ein Mitarbeiter dabei inklusive Zuschlägen auf bis zu 200.000 Euro brutto kommen. Für den Autozulieferer dürfte es eine der teuersten Restrukturierungen seiner Geschichte werden: In Konzernkreisen wird mit Kosten jenseits von 50 Millionen Euro kalkuliert.

Am Montag wurde den Beschäftigten das Gesamtpaket aus Sozialplan, Interessensausgleich und der Einigung auf eine Arbeitszeitreduzierung auf einer Betriebsversammlung vorgestellt. „Die Einigung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Standort wieder wettbewerbsfähig aufzustellen“, sagte Werksleiter Kristijan Bauer im Anschluss. Gut anderthalb Jahre haben beide Seiten verhandelt. Seitdem hat sich die Belegschaft bereits um 200 auf 1400 Mitarbeiter reduziert – vor allem, weil Conti befristete Verträge auslaufen ließ.

Die nun gefundene Einigung sieht vor, die Belegschaft bis 2019 auf 1000, bis 2020 auf 900 und bis 2023 auf 800 Stammbeschäftigte zu verringern. Im Gegenzug garantiert Continental den Erhalt der traditionsreichen Fabrik, die 1948 Bremspionier Alfred Teves in der Nähe des Volkswagenwerks bauen ließ, bis 2025 und investiert 100 Millionen Euro in den Standort, um dort künftig Komponenten einer neuen elektronischen Bremsgeneration sowie zusätzliche Luftfeder- und Schlauchsysteme zu fertigen.

Beim Personalabbau wollen beide Seiten vor allem die Älteren zum Gehen bewegen. So sieht der Sozialplan selbst für 62-Jährige noch Abfindungen vor. „Wir wollen vermeiden, dass am Ende nur die Jungen weg sind“, sagte Bauer. Die Belegschaft am Standort Gifhorn ist im Schnitt 45 Jahre alt und kommt auf 23 Jahre Betriebszugehörigkeit. Gerade bei Beschäftigten, die älter als 50 und länger als 15 Jahre im Betrieb sind, gilt aber nach Tarifvertrag ein besonderer Kündigungsschutz. Man werde nun sehen, ob das Abfindungsprogramm den nötigen Schub bringe, sagte der stellvertretende Betriebsratschef Burkhard Häusler. Zusätzlich setzt der Konzern auf Altersteilzeitangebote, die deutlich über die tariflich vereinbarten Quoten hinausgehen sollen.

Weil es dem Standort schon jetzt an Auslastung mangelt, haben sich beide Seiten für 2016 auf eine Arbeitszeitreduzierung für die gesamte Mannschaft um eine Stunde auf 34 Wochenstunden verständigt – bei entsprechendem Minderverdienst. Wird die Lage nicht besser, stehen im kommenden Jahr 31 Stunden und 2020 noch 30 Stunden auf dem Plan. „Die Belegschaft leistet damit einen sehr großen Beitrag zum Erhalt des Standorts“, sagte Lothar Ewald von der IG Metall.     

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Zukunft der über 1000 Wiesenhof-Beschäftigen in Lohne ist weiter unklar. Nach Informationen der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) plant das Unternehmen, die Stammbelegschaft drastisch zu reduzieren.

Karl Doeleke 05.05.2016

Zum Abschluss der 70. Hannover Messe haben Organisatoren, Aussteller und Verbände ein positives Fazit gezogen. Vor allem dank des starken Partnerlands USA mit allein 465 Ausstellern war diesmal die internationale Aufmerksamkeit enorm, erklärte Messe-Chef Jochen Köckler kurz vor dem Ende der fünftägigen Veranstaltung am Freitag.

Jens Heitmann 02.05.2016

Tausende internationale Gäste und ein positives Fazit – trotz Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr während der fünftägigen Veranstaltung– sind die Organisatoren zufrieden mit der diesjährigen Hannover Messe. Dank des Obama-Besuchs konnten sie sich der großen Aufmerksamkeit sicher sein. 

29.04.2016
Anzeige