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„Gummi-Sparte“

Continental: Investitionen sollen Reifengeschäft festigen


Eine halbe Milliarde Euro: Das Reifengeschäft bei Continental soll durch neue Investitionen gefestigt werden. Außerdem sollen Reifenwerke im Ausland entstehen: Die Ankündigung von Vorstandschef Elmar Degenhardt, unter anderem in Brasilien und China kräftig zu expandieren, sei „eine ganz klare, unmissverständliche Ansage“, sagte eine Sprecherin am Montag in Hannover.
© Handout

Neue Investitionen von mehr als einer halben Milliarde Euro sollen das Reifengeschäft bei Continental festigen und gegen die Konkurrenz im hart umkämpften Zulieferer-Markt verteidigen. Entgegen früheren Spekulationen um eine Abspaltung der erfolgreichen „Gummi-Sparte“ unterstreiche der geplante Aufbau neuer Reifenwerke im Ausland Contis Bekenntnis zu diesem Geschäftsfeld, sagte eine Sprecherin am Montag der dpa in Hannover. Die Ankündigung von Vorstandschef Elmar Degenhardt, unter anderem in Brasilien und China kräftig zu expandieren, sei „eine ganz klare, unmissverständliche Ansage“. Details stünden aber noch nicht fest.

Degenhardt hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (24. Oktober) Eckpunkte zum Ausbau der internationalen Standorte bei Europas größtem Reifenhersteller skizziert. Während die Kapazitäten in Brasilien verdoppelt werden sollen, könne die Reifen-Sparte auch in China noch kräftig zulegen. In Indien stehe eine Kooperation, in Russland möglicherweise der Aufbau einer eigenen Fertigung bevor.

Ein Abstoßen der Reifenproduktion stehe trotz hoher Schulden nicht zur Diskussion, betonte Conti. „Wir haben immer gesagt, dass es kein Thema ist, da etwas zu verkaufen.“ Im Gegenteil bleibe es für das Unternehmen auch weiterhin wichtig, in verschiedenen Zuliefer-Sparten mitmischen zu können: „Diese Balance hat uns in der Krise geholfen.“ Unabhängig davon sei es „völlig normal“, alle Konzernbereiche laufend zu überprüfen. Neben Reifen und Fahrwerkskomponenten bietet Conti unter anderem Sicherheits-, Steuerungs- und Antriebstechnik an.

„Die Reifen gehören langfristig zu Continental. Alles andere wäre ein Fehler“, hatte Degenhardt der Zeitung gesagt. Auch die Familie Schaeffler wisse inzwischen, „was für eine Perle die Gummisparte darstellt“, meinte der Ex-Schaeffler-Manager und jetzige Conti-Chef.

Wann, wo und mit welcher Summe die neuen Auslandswerke aufgebaut oder die bestehenden erweitert würden, werde derzeit beraten, hieß es am Montag aus der Unternehmenszentrale. Sicher sei inzwischen, dass die Hannoveraner durch ihre Investitionen nicht nur die Produktion, sondern auch die Forschung und Entwicklung stärken wollen. „Das wird sicherlich ein Mix sein.“ Die Standorte Hannover-Stöcken, Aachen und Korbach könnten womöglich ebenfalls von den Ausbauplänen profitieren.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Continental AG ein Umsatzplus von mindestens 15 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2009. Der um Sondereffekte bereinigte Vorsteuer-Gewinn soll im Vergleich zum Vorjahr um acht bis achteinhalb Prozent steigen.

Großaktionär Schaeffler hatte sich im vergangenen Jahr mit der Übernahme des dreimal größeren Konkurrenten Continental beinahe verhoben und dabei einen milliardenschweren Schuldenberg angehäuft. Das fränkische Familienunternehmen strebt eine Fusion mit Conti an, will sich dafür aber noch Zeit lassen. Nach Einschätzung Degenhardts kommt ein Zusammenschluss frühestens Ende 2011 infrage.

dpa

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