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Niedersachsen Conti wird zum Familienunternehmen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti wird zum Familienunternehmen
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19:02 13.02.2015
Von Lars Ruzic
Im zurückliegenden Geschäftsjahr steigerte Conti den Nettogewinn auf 2,3 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Hannover

Mit ihrem 46-prozentigen Aktienpaket haben die Schaefflers auf jeder Hauptversammlung des Dax-Konzerns die Stimmenmehrheit. Da sich die Conti-Aktie nach der Übernahme durch Schaeffler vor sechs Jahren beinahe verzwanzigfacht hat, ist dieses Paket inzwischen fast 20 Milliarden Euro wert. Das hat die Schaefflers in den einschlägigen Milliardärshitlisten auf Platz drei katapultiert.

Bislang hielt die Familienholding nur rund 12 Prozent der Conti-Anteile, weitere 34 Prozent entfielen auf die Schaeffler AG. Mithilfe dieser Aktien konnte der Wälzlagerspezialist die Conti-Gewinne in seinem Beteiligungsergebnis ausweisen und seine eigenen Gewinne in die Höhe schrauben. In den ersten neun Monaten 2014 beispielsweise machte der Conti-Beitrag allein die Hälfte des Vorsteuerergebnisses aus. Gleichzeitig konnte die Schaeffler AG die Conti-Dividenden zum Schuldenabbau und das Aktienpaket als Sicherheit einsetzen.

Inzwischen hat der Wälzlagerhersteller seine Schulden aber umschichten können. Zwar steht die Schaeffler AG bei den Geldgebern noch immer mit gut 6 Milliarden Euro in der Kreide. Dahinter stehen inzwischen aber weitgehend zinsgünstige Anleihen. Dem Vernehmen nach gehen die Maria-Elisabeth Schaeffler-Thuman und ihr Sohn Georg Schaeffler davon aus, dass ihr Unternehmen auch ohne das Conti-Paket auskommt - dann allerdings mit deutlich niedrigeren Gewinnen.

Gleichzeitig lässt sich die Schaeffler AG ohne die Beteiligung leichter an die Börse bringen, weil Investoren dann nicht auch noch indirekt für Conti-Aktien bezahlen müssen. In Finanzkreisen gilt das als Hauptgrund für die Umstrukturierung. Schon länger wird darüber spekuliert, die Schaefflers könnten zumindest einen Minderheitsanteil ihres Unternehmens an die Börse bringen. Mit den Einnahmen ließe sich der gewaltige Schuldenberg von 3,3 Milliarden Euro drücken, der allein auf Mutter und Sohn lastet. Ob sie diesen Weg tatsächlich wählen, steht in den Sternen.

Dadurch, dass das Conti-Aktienpaket der Schaeffler AG nun der ihr übergeordneten Familienholding zugeschlagen wurde, werden die Eigentümer künftig viel stärker von den Conti-Dividenden profitieren. Allein für das zurückliegende Geschäftsjahr, in dem Conti den Nettogewinn um 20 Prozent auf den Rekordwert von 2,3 Milliarden Euro steigerte, könnten die Hannoveraner im Frühjahr mehr als eine Viertelmilliarde Euro an die familieneigenen Beteiligungsgesellschaften überweisen.

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