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Niedersachsen Conti-Chef erhält Karmarsch-Münze
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti-Chef erhält Karmarsch-Münze
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02:15 13.12.2015
Von Lars Ruzic
Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Continental AG. Quelle: Dpa
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Hannover

Hannover und „Champions League“ – das sind zwei Begriffe, die man üblicherweise nicht in einem Atemzug nennt. Und das gilt nicht nur für den Fußball. In der Wirtschaft kann die Stadt allerdings inzwischen auf einen Konzern verweisen, der in seinem Geschäft nicht nur um die europäische, sondern um die Weltspitze mitspielt – und das auf einem der am härtesten umkämpften Märkte überhaupt: der Autozulieferindustrie. Ihrer Heimatstadt wirkt Continental inzwischen irgendwie entwachsen – ein echtes Kind der Globalisierung eben.
Die letzten Konzernchefs sind deshalb den einschlägigen Zirkeln der hannoverschen Wirtschaft meist ferngeblieben – und dass, obwohl der 1871 gegründete Konzern fast überall zu den Gründungsmitgliedern gehört: ob Industrieclub, IHK oder Leibniz Universitätsgesellschaft Hannover. Elmar Degenhart machte da bislang keine Ausnahme – zumal der private Lebensmittelpunkt des aktuellen Conti-Chefs weiter südlich liegt.
Gestern Abend war das jedoch anders. Da hatte die der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft, der frisch ernannte IHK-Ehrenpräsident Hannes Rehm, Degenhart in den Lichthof der Uni quasi einbestellt: Vor rund 350 Gästen erhielt der Luftfahrtingenieur die Karmarsch-Denkmünze, die wohl traditionsreichste Auszeichnung im Uni-Umfeld. Degenhart trage einen großen Anteil daran, dass die Conti sich vom Reifenhersteller zum High-Tech-Mobilitätskonzern weiterentwickelt habe, lobte Rehm. „Wir freuen uns, dass Sie und Ihr Unternehmen diesen Weg von Hannover aus in die Welt gehen.“
Und man sei stolz darauf, dass drei von der Conti geförderte Uni-Institute diesen Weg begleiten dürften, so Rehm. Sie befinden sich längst in bester Gesellschaft. Der Zulieferriese mit seinen mehr als 200 000 Beschäftigten arbeitet heute mit unzähligen Hochschulen weltweit zusammen, darunter auch Vertreter der wissenschaftlichen „Champions League“ wie das MIT in Cambridge oder die Universität Schanghai.
Die Laudatio auf Degenhart hielt Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann. Die 74-jährige Unternehmerin wurde bislang als einzige Frau mit der Karmarsch-Denkmünze ausgezeichnet – 2007 war das. Ein Jahr später stieg sie bei Continental ein, ist heute gemeinsam mit dem Sohn Großaktionärin bei dem Dax-Konzern. Schaeffler-Thumann war es, die 2009 Degenhart an der Conti-Spitze installierte. Es war den Anfang vom Ende eines unappetitlichen Machtkampfes zwischen den Hannoveranern und dem Großaktionär aus Herzogenaurach.
Begleitet wurde Schaeffler-Thumann von Wolfgang Reitzle, dem Aufsichtsratschef von Continental. Das Gremium hatte am Vormittag in der Konzernzentrale an der Vahrenwalder Straße getagt, die nach Degenharts Plänen in spätestens fünf Jahren von einem Neubau andernorts in der Stadt abgelöst werden soll. Die Unternehmerin nannte Degenhart "einen Glücksfall" für Continental. Er habe "ein ausgeprägtes Empfinden dafür, wann kreative Prozesse Freiheit und wann industrielle Prozesse Hierarchien erfordern".
Der Conti-Chef sah die Auszeichnung als Verpflichtung für Unternehmen und Universität, „gemeinsam unsere Innovationskraft zu steigern und die Beschäftigung im Land zu fördern. Bildung und Forschung sowie deren Vernetzung mit der Wirtschaft ist in meinen Augen die entscheidende Grundlage für unseren Zukunftserfolg."

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