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Niedersachsen Conti sucht Verstärkung für Benecke
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti sucht Verstärkung für Benecke
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00:15 21.07.2016
Von Lars Ruzic
Continental hat Interesse an dem Oberflächenspezialisten Konrad Hornschuch AG. Quelle: dpa
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Hannover

Angeblich will die Conti rund 400 Millionen Euro für das 1898 gegründete Unternehmen bezahlen, das sich mehrheitlich in der Hand von Finanzinvestoren befindet, und es anschließend mit Benecke zusammenführen. Gemeinsam kämen die Firmen auf fast eine Milliarde Euro Umsatz und mehr als 4300  Mitarbeiter.

Vor dem Vollzug des Geschäfts dürften jedoch die Kartellbehörden einige Zugeständnisse fordern. Benecke-Kaliko ist in Europa schon heute mit Abstand Marktführer für Folien im Innenraum von Autos. Auf diesem Feld ist auch Hornschuch vertreten. Beobachter rechnen damit, dass die Conti diese Sparte nicht komplett übernehmen kann. Das könnte möglicherweise die Hornschuh Stolzenau GmbH treffen, die nahe des Steinhuder Meeres vor allem für die Automobilbranche fertigt.

Die Hannoveraner haben es allerdings ohnehin eher auf die anderen Geschäftsfelder von Hornschuch abgesehen. Mehr als die Hälfte des Umsatzes von zuletzt 410 Millionen Euro erwirtschaftet das Unternehmen, das seinen Sitz in Weißbach bei Heilbronn hat, mit Folien zum Beispiel für Möbel, Fenster, Türen und Fassaden oder auch für Schwimmbäder und medizinische Anwendungen. Dies würde in die Strategie des Continental-Konzerns passen, sich unabhängiger von der Autoindustrie zu machen.

Vor allem die Division Conti-Tech, zu der auch Benecke gehört, wurde dazu auserkoren, sich stärker als Industriezulieferer zu positionieren – nicht zuletzt durch die milliardenschwere Übernahme des amerikanischen Kautschukspezialisten Veyance vor anderthalb Jahren. Conti-Tech-Chef Hans-Jürgen 
Duensing hatte bereits auf der Hannover Messe Ende April weitere Zukäufe in Aussicht gestellt. Bis 2022 will er den Umsatz seiner Division auf 10 Milliarden Euro nahezu verdoppeln.

Innerhalb der Conti-Tech-Töchter zählt Benecke-Kaliko derzeit zu den erfolgreichsten. Sie gilt nicht nur als besonders profitabel – im vergangenen Jahr konnte Benecke auch den Umsatz um gut ein Fünftel auf 550 Millionen Euro steigern. Die Hannoveraner profitieren vom Trend zu hochwertigeren Folien im Innenraum der Fahrzeuge. Was in Europa schon länger das Massengeschäft prägt, setzt sich allmählich auch in den Vereinigten Staaten und China durch. In der Volksrepublik hat Benecke deshalb gerade erst ein 40 Millionen  Euro teures Werk gebaut.

Mit der Übernahme eines Möbelfolienspezialisten würde das Traditionshaus ein Stück weit zu seinen Wurzeln zurückkehren. Die Hannoveraner hatten mit ihrer Kunststofffolie Acella über Jahrzehnte deutsche Haushalte dominiert. Im Jahr 2008 jedoch stieß Benecke den Bereich Möbelfolien ab und konzentrierte sich auf das Autozuliefergeschäft.     

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