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Continental steht vor einer Dreiteilung

Autozulieferer Continental steht vor einer Dreiteilung

Der hannoversche Autozulieferer will sich neu ausrichten. Um die Herausforderungen mit Blick auf die Elektromobilität zu meistern, will die Konzernführung die einzelnen Unternehmensteile neu sortieren. Eine erste Gesellschaft mit knapp 40.000 Mitarbeitern soll noch in diesem Jahr eigenständig werden.

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Aus Continental könnte eine Holding mit drei Unternehmensteilen werden.

Quelle: dpa

Hannover.  Die Umbaupläne für Continental laufen offenbar auf eine Dreiteilung des Konzerns hinaus. Nach HAZ-Informationen will der Vorstand möglichst noch in diesem Jahr in einem ersten Schritt die Antriebssparte Powertrain ausgliedern, anschließend soll das Reifengeschäft mit der Industriesparte Contitech in einer neuen Rubber AG zusammengefasst werden. Als dritte Einheit unter dem Dach einer Conti-Holding sei eine Art „Auto AG“ geplant,  die alle Themen um die Mobilität von morgen bündeln soll, hieß es.

Offiziell hält sich die Konzernführung zu ihren Plänen weiter bedeckt. Es gelte nach wie vor die Sprachregelung von Mitte Januar, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. „Wir spielen Szenarien durch mit dem Ziel, unsere Organisation noch flexibler auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie auszurichten“, hatte Conti seinerzeit erklärt, als erste Spekulationen über einen Umbau die Runde machten. 

Die Sparte Powertrain gehört aktuell noch zur Automotive Group - der Zulieferbereich steht für 60 Prozent des Konzernumsatzes von zuletzt rund 44 Milliarden Euro. Powertrain trägt dazu etwa ein Sechstel bei und beschäftigt knapp 38.000 Mitarbeiter,  etwas mehr als jeden vierten davon in Deutschland.  Das Kerngeschäft sortiert sich um den Antriebsstrang für Verbrennungsmotoren: Dazu zählen Einspritzsysteme, Getriebesteuerungen und Systeme zur Abgasnachbehandlung. 

Der Trend zur Elektromobiltät könnte dieses Geschäftsmodell auf längere Sicht gefährden, hieß es bei Conti. Aus diesem Grund wolle die Konzernführung Powertrain noch zu Geld machen, solange es noch Interessenten dafür gebe.  Zuvor solle jedoch der Bereich für Hybrid- und Elektroantriebe (HEV) aus dem Geschäftsbereich herausgelöst und der neuen „Auto AG“ zugeschlagen werden. Dem Vernehmen nach wird der Wert der Sparte derzeit auf 10 Milliarden Euro taxiert – als eigenständige Gesellschaft könnten es bis zu 13 Milliarden Euro sein. Der Vorstand erwäge, bis zu einem Viertel der Powertrain-Anteile zu verkaufen, hieß es.

Das Reifen- und das Industriegeschäft hat Conti bereits in der Rubber Group zusammengefasst, eine Ausgliederung als eigenständige Aktiengesellschaft könne einen möglichen Börsengang beschleunigen, hieß es. Die Gruppe beschäftigt zusammen etwa 98.000 Mitarbeiter, rund jeden fünften davon in Deutschland. Die Sparte erwirtschaftet 40 Prozent der Konzernerlöse und ist der Gewinnbringer bei Conti: Die Umsatzrendite erreichte zuletzt 16,7 Prozent. In der Automotive Group waren es nur 6,2 Prozent.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sehen die Planungen der Konzernführung skeptisch. Die Überlegungen könnten zu „erheblichen Veränderungen auch für die Beschäftigten führen“, heißt es in einer Information an die Mitarbeiter. Neben frühzeitigen Informationen über konkrete Schritte fordern die Gewerkschafter den Abschluss eines „Zukunfts-Tarifvertrages“ mit dem Ziel einer langfristigen Beschäftigungssicherung. „Selbstverständlich nehmen wir die Forderung ernst“, sagte ein Conti-Sprecher.

Von Jens Heitmann

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