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Niedersachsen Continental muss Millionenstrafe zahlen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Continental muss Millionenstrafe zahlen
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13:18 23.02.2018
Der Continental-Konzern in Hannover muss 44 Millionen Euro Strafe zahlen. Er hatte mit Konkurrenten Preise für Bremssysteme abgesprochen.  Quelle: dpa
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Brüssel/Hannover

Die deutschen Autozulieferer Bosch und Continental müssen wegen der Bildung illegaler Kartelle Millionenstrafen zahlen. Dies teilte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch mit. Sie verhängte außerdem hohe Geldbußen gegen ein Kartell von Reedereien, die Fahrzeuge verschifften. Insgesamt verlangt sie mehr als eine halbe Milliarde Euro - und kündigte zugleich weitere Entscheidungen an: „Wir sind noch nicht fertig.“ Auch die Ermittlungen wegen des möglichen deutschen Autokartells seien noch nicht abgeschlossen. 

 Nach Feststellung der EU-Kommission war Bosch an drei unterschiedlichen Kartellen beteiligt. So soll sich der Stuttgarter Konzern mit den beiden japanischen Konkurrenten Denso und NGK zwischen den Jahren 2000 und 2011 auf dem Markt für Zündkerzen abgesprochen und auch Preise abgestimmt haben. Dafür verhängte die Brüsseler Behörde eine Geldbuße von 76 Millionen Euro, knapp 46 Millionen davon gegen Bosch. 

 Weitere 75 Millionen Euro Geldbuße verlangen die Wettbewerbshüter, weil sich Bosch und Continental bei Angeboten von Bremssystemen für Daimler, BMW und Volkswagen abgesprochen hatten. Davon entfallen 44 Millionen auf Conti und rund 31 Millionen auf Bosch. Das Unternehmen TRW bekam eine mögliche Strafe erlassen, weil es den Fall aufgedeckt hatte. 

Continental hat nach eigenen Angaben bei den Ermittlungen mit der Kommission „umfänglich nach deren Kronzeugenregelung kooperiert“ und wie die anderen beiden Unternehmen die Beteiligung an den Verstößen eingeräumt. Der letzte „Informationsaustausch“ mit Mitbewerbern habe im Jahr 2011 – und damit vor der Einleitung der Ermittlungen durch die EU-Kommission – stattgefunden.

Alle Unternehmen hätten ihre Beteiligung eingeräumt und einem Vergleichsverfahren zugestimmt, sagte Vestager. Die Geschädigten bei den Kartellabsprachen seien zunächst die Autohersteller, die zu hohe Preise zahlen müssten. „Aber das könnte auch an den Endverbraucher weitergegeben werden“, sagte die Kommissarin. „Unsere Arbeit trägt dazu bei, dass dieser Markt auch für Verbraucher fair funktioniert.“ 

Von Verena Schmitt

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