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Niedersachsen DB Cargo hat zu wenig Waggons für Salzgitter AG
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen DB Cargo hat zu wenig Waggons für Salzgitter AG
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09:34 16.06.2017
ARCHIV - Coils (aufgewickelte Metallbänder) liegen am 03.03.2016 in Salzgitter (Niedersachsen) auf dem Gelände der Salzgitter AG. Die europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht am 07.06.2016 das Bruttoinlandsprodukt für die Euroländer und die EU im 1. Quartal 2016. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover/Berlin

Die deutsche Stahlindustrie hat Probleme, ihre Produkte zu den Kunden zu bringen. Schuld daran ist die DB Cargo. Die Gütertransport-Tochter der Deutschen Bahn hat nicht genug einsatzfähige Wagen. Dies bestätigt auch eine interne Analyse des Unternehmens. Die Bahn verliert demnach wegen mangelnder Kapazitäten Marktanteile im Güterverkehr.

Auch bei der Salzgitter AG macht sich dies bemerkbar. Es gebe „Probleme mit dem Abtransport der Ware“, hieß es in Unternehmenskreisen. Der Stahlkonzern hat zwar eine eigene Güterbahn, aber diese wird nach Angaben eines Sprechers hauptsächlich für die konzerninternen Transporte zwischen den Werken in Salzgitter, Peine und Ilsenburg genutzt. Für Ferntransporte zu den Stahl-Verteilzentren arbeitet sie mit der DB Cargo zusammen.

Diese stelle aber nicht genügend Wagen zur Verfügung, bestätigte ein Insider. Das Stahlunternehmen weiche zur Not auf Lkw-Transporte aus. Mit dem Beginn der Sommerferien in Niedersachsen dürfte sich die Lage demnach aber entspannen, weil dann viele Abnehmer von Salzgitter-Stahl Werksferien haben oder die Produktion herunterfahren.

50 Prozent der Lieferungen laufen auf Schienen

Auch die Wirtschaftsvereinigung Stahl bestätigte die Probleme. „Wir sehen, dass im Markt gegenwärtig bei wichtigen stahlrelevanten Wagengattungen ein spürbarer Wagenmangel besteht“, sagte ein Sprecher. Die Stahlindustrie in Deutschland befördere rund 50 Prozent ihrer Transportmengen auf der Schiene. Die Kapazitätsengpässe der Bahn-Tochter passen nicht zu dem politischen Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Tatsächlich steckt Europas größte Güterbahn seit Jahren in der Krise, verliert Marktanteile und fährt hohe Verluste ein. Der Staatskonzern und Cargo-Chef Jürgen Wilder wollen das mit einem weiteren Sanierungskonzept ändern. Doch bisher sei von der versprochenen Wachstumsstrategie nichts erkennbar, kritisieren Insider.

In einem anonymen Schreiben von „kritischen, aber engagierten Mitarbeitern der DB Cargo“ an die Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn AG und der DB Cargo wird nun die „traurige Situation im Unternehmen“ angeprangert. Es fehlten überall Personal und Ressourcen. Nun räche sich, dass viele Güterwagen verkauft und verschrottet worden seien. Eine vertrauliche interne Analyse der DB Cargo, die dem Rundschreiben beigefügt ist, geht auf die Probleme mit dem Stahltransport ein. Man könne „nicht in diesem Segment wachsen“, konstatieren die DB-Manager, „schlimmer noch, es werden in hohem Maße Verkehre auf den Lkw verlagert, sodass wir aktuell Mengen verlieren“.

von Thomas Wüpper und Albrecht Scheuermann

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