Volltextsuche über das Angebot:

20°/ 17° Gewitter

Navigation:
Aufgeweichte Fronten

IndustrieClub Aufgeweichte Fronten

„Die Technik wird von Menschen entwickelt - und ist deshalb gestaltbar“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann am Dienstagabend beim hannoverschen IndustrieClub. Ob "Industrie 4.0" oder das "Internet der Dinge": Thema des Treffens war die Zukunft der Arbeit.

Voriger Artikel
Anklage erhebt schwere Vorwürfe gegen Stolberg
Nächster Artikel
Das Aus für die letzten Telefunken-Reste

„Technik ist gestaltbar“: DGB-Chef Reiner Hoffmann (li.) im Gespräch mit HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Wenn die Vertreter von Gewerkschaften und der Wirtschaft Positionspapiere austauschen, wird es schnell grundsätzlich und der Tonfall rau. Als die Arbeitgeberverbände im vergangenen Jahr ihre Vorstellungen von der Digitalisierung der Produktionsprozesse und den Folgen für die Beschäftigten darlegten, dauerte es bis zum kühlen Konter des DGB-Vorstandes nicht lange: Das sei nur ein weiterer Versuch, neue Technologien „zur weiteren Liberalisierung des Arbeitsmarktes zu nutzen“, hieß es kurz und bündig. Mit anderen Worten: Schlimmer ginge es kaum.

Wenn der DGB-Chef hingegen von einem Industrie-Club wie dem hannoverschen eingeladen wird, um über die Zukunft der Arbeit eher zu plaudern als zu referieren, verwischen die scheinbar harten Fronten zuweilen schnell. „Die Technik wird von Menschen entwickelt - und ist deshalb gestaltbar“, sagte Reiner Hoffmann am Dienstagabend.

Trends wie Digitalisierung, Globalisierung und der demografische Wandel seien schließlich nicht neu. Überraschend komme für viele hingegen das Tempo der Veränderung. Das gelte für Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen. Die grundlegenden Interessen der Menschen jedoch blieben gleich: Ihnen sei die soziale Sicherheit, aber auch ein interessanter Arbeitsplatz wichtig. Letzteres mache Anstrengungen in puncto Qualifikationen nötig - eine Grundvoraussetzung dafür sei eine gute Bildungspolitik. Diese zu sichern liege im gemeinsamen Interesse von Gewerkschaften und Arbeitgebern.

Gleiches gelte im Kern auch für eine Besinnung auf die Tarifeinheit, sagte Hoffmann. Die Herausforderungen von „Industrie 4.0“ und dem „Internet der Dinge“ ließen sich leichter meistern, wenn man sich in den Betrieben auf unternehmerische Herausforderungen konzentriere - und die Gestaltung der Rahmenbedingungen für die neue Arbeitswelt den Profis überlassen könne. Nach Einschätzung Hoffmanns entwickelt dieser Gedanke auch für die Unternehmen wieder mehr Charme - erstmals seit Langem sei die Quote der tarifgebundenen Mitarbeiter im vergangenen Jahr leicht gestiegen.

Die Philosophin Hannah Arendt hat einmal die These vertreten, dass der Arbeitsgesellschaft wegen der Automatisierung eher früher als später die Arbeit ausgehe. Folglich würden die Gewerkschaften zu „Dinosauriern eines sterbendes Industriezeitalters“, folgerte der Soziologe Ralf Dahrendorf. Beim DGB und seinen acht Einzelgewerkschaften fühle man sich jedoch immer noch quicklebendig, sagte Hoffmann. Gerade den Deutschen stünde hier ein wenig mehr Optimismus gut an: Der Anteil der Industrie an der Wertschöpfung liege hierzulande noch immer über 20 Prozent - bei dieser breiten Basis müsse niemandem bange werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen

Nach dem großen VW-Abgasskandal sind etwa 2,4 Millionen Kunden bundesweit von der gigantischen Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. In einer Serie berichtet er, wie es nun für ihn und die anderen Kunden wirklich weitergeht. mehr

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 62,39 -4,11%
CONTINENTAL 181,03 -8,13%
DELTICOM 15,22 +0,37%
HANNO. RÜCK 92,42 -5,70%
SALZGITTER 25,98 -4,65%
SARTORIUS AG... 63,77 -1,80%
SYMRISE 57,55 -0,10%
TALANX AG NA... 27,00 -4,58%
TUI 11,93 -12,24%
VOLKSWAGEN VZ 114,64 -10,63%
DAX
Chart
DAX 9.440,00 -1,23%
TecDAX 1.568,50 -1,15%
EUR/USD 1,1117 -2,67%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

Henkel VZ 104,21 -0,43%
BEIERSDORF 79,92 -2,11%
FMC 73,42 -3,54%
DT. BANK 13,25 -15,89%
THYSSENKRUPP 17,50 -11,73%
VOLKSWAGEN VZ 114,64 -10,63%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 206,19%
AXA World Funds Gl RF 173,80%
Bakersteel Global AF 162,65%
Stabilitas PACIFIC AF 131,84%
Structured Solutio AF 112,38%

mehr