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Das Ende für die EEV AG rückt näher

Insolvenzverfahren Das Ende für die EEV AG rückt näher

Der Erneuerbaren Energieversorgung AG (EEV) droht das Aus. Das Amtsgericht Meppen hat gegen das Tochterunternehmen der Gesellschaft, das ein Biomassekraftwerk in Papenburg betreibt, ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet.

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Kein Zugriff mehr auf die wichtigste Einnahmequelle: Biomassekraftwerk in Papenburg. Foto: dpa

Quelle: dpa

Hannover. Damit hat das Mutterunternehmen, in das rund 2400 Anleger mehr als 25 Millionen Euro investiert haben, keinen Zugriff mehr auf seine wichtigste Einnahmequelle. Ob dies auch zur Zahlungsunfähigkeit der EEV AG führen wird, wollte Vorstand Bernhard Faber nicht sagen: „Kein Kommentar“, erklärte er am Donnerstag auf Anfrage der HAZ und von NDR Info.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter der EEV-Tochter wurde der Hamburger Anwalt Dietmar Penzlin bestellt, der bereits die Pleite des Windkraftunternehmens Prokon begleitet hat. Das Itzehoer Unternehmen hatte bei 75 000 Anlegern über die Ausgabe von Genussrechten 1,4 Milliarden Euro eingesammelt. Prokon firmiert inzwischen als Genossenschaft - die Genussscheininhaber können einen Teil ihrer Forderungen in Mitgliedsrechte an der Genossenschaft umwandeln.

Penzlin sagte, er habe die Mitarbeiter der EEV-Gesellschaft bei einer Betriebsversammlung in Papenburg informiert. Der Kraftwerksbetrieb laufe in vollem Umfang weiter, erste Sanierungsmaßnahmen habe man eingeleitet. Bereits im Mai hatte das dortige Amtsgericht die Zwangsversteigerung des Kraftwerks angeordnet - auf Betreiben des früheren Eigentümers Etanax.

Hinter letzterer Gesellschaft steht die Familie des ostfriesischen Windkraftpioniers Günter Eisenhauer, der im September bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Von der Etanax hatte die EEV 2012 das Papenburger Biomassekraftwerk und die Planungsgesellschaft für einen Offshore-Windpark erworben. Zur Finanzierung der Objekte gab die EEV AG Genussrechte aus, die eine Rendite von bis zu 9 Prozent abwerfen sollten - später wurde noch eine Festzins-Kapitalanlage mit bis zu 6,75 Prozent aufgelegt.

Als Kaufpreis für das Kraftwerk und die Windparkgesellschaft waren ursprünglich rund 26 Millionen Euro vereinbart; die EEV konnte jedoch ihre Zahlungsziele mehrfach nicht einhalten. Die Etanax habe die Raten mehrfach gestundet, hieß es im Umfeld der EEV. Noch immer stehe aber ein zweistelliger Millionenbetrag aus.

Im Sommer hat die EEV ihre Firmenzentrale in Göttingen geschlossen und den Genussrechteinhabern mitgeteilt, dass man für das vergangene Jahr einen Verlust erwarte und daher „nach aller Wahrscheinlichkeit“ mit einer Zinszahlung nicht gerechnet werden könne. Grund sei unter anderem ein technisch bedingter längerer Stillstand des Kraftwerkes. Die Darlehensgeber hingegen würden Geld bekommen, hieß es.

Von der angeordneten Zwangsversteigerung erfuhren die Anleger nichts. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit Längerem gegen frühere leitende Mitarbeiter der EEV. Laut Anklagebehörde geht es um „Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb“. Bei der Staatsanwaltschaft sind dem Vernehmen nach Strafanzeigen eingegangen, in denen unter anderem der Verdacht auf Kapitalanlagebetrug geäußert wird.

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