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21:43 27.07.2017
Von Jens Heitmann
„Wir sind für den Wandel gerüstet“: Von April bis Juni hat VW weltweit knapp 2,2 Millionen Autos verkauft. Quelle: Michael Sohn
Hannover

Die Unsicherheit um die Zukunft des Diesel kann dem Tagesgeschäft von Volkswagen bisher nichts anhaben. Im zweiten Quartal steigerte der Konzern sein Betriebsergebnis um mehr als das Doppelte auf 4,5 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben rund 3,2 Milliarden Euro übrig - fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Seinerzeit hatten die Kosten für die Diesel-Affäre die Bilanz getrübt. Der Umsatz stieg um 4,7 Prozent auf knapp 60 Milliarden Euro. Vorstandschef Matthias Müller wertete die Zahlen als Beleg dafür, dass Volkswagen „wieder auf dem richtigen Kurs ist“.

Vorstand ist zuversichtlich

Auch für die kommenden Monate ist das Management vorsichtig optimistisch. Die Erlöse sollen bei leicht steigenden Auslieferungszahlen jetzt um mehr als 4 Prozent zulegen - zuvor war von bis zu 4 Prozent die Rede. Mit Blick auf die Marge bleibt man bei der Prognose, nach der sich die operative Rendite zwischen 6 und 7 Prozent bewegen soll. In den ersten sechs Monaten erreichte sie 7,7 Prozent.

„Das Ergebnis wurde durch ein Verkaufsplus beflügelt“, sagte Finanzvorstand Frank Witter. „Wir sind für den Wandel der Automobilbranche und für die Zukunftsthemen finanziell gerüstet.“ Weltweit setzte der Konzern von April bis Juni knapp 2,2 Millionen Autos ab, ein Plus von 2 Prozent. Hohen Zuwächsen von niedrigen Niveaus in den USA, Osteuropa und Südamerika standen hohe Einbußen in der Türkei und ein leichtes Minus in Deutschland gegenüber.

Während die Kernmarke VW ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr auf 1,8 Milliarden Euro verdoppeln konnte, stagnierte die Tochter Audi bei 2,7 Milliarden Euro - die Marke litt zuletzt unter Streitigkeiten mit chinesischen Autohändlern. Porsche verdiente mit 2,1 (Vorjahr: 1,8) Milliarden Euro gewohnt klotzig. Die stärksten Zuwächse verzeichneten jedoch Skoda und Seat: Die Tschechen steigerten ihren Gewinn um rund ein Viertel auf 860 Millionen Euro, die Spanier sogar um knapp 41 Prozent auf 130 Millionen Euro.

Volkswagen Nutzfahrzeuge steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten um fast ein Zehntel auf knapp 6 Milliarden Euro, trotz höherer Kosten für den Ausbau der Werke kletterte der Gewinn um die Hälfte auf 448 Millionen Euro. Geschuldet ist das gute Ergebnis vor allem der hohen Nachfrage nach dem Transporter und dem Caddy.

VW-Aktie Verlierer im Dax

Trotz guten Zahlen zählte Volkswagen am Donnerstag zu den Verlierern im Dax. Zwischenzeitlich lag der Aktienkurs mehr als 2 Prozent im Minus. Analysten führten das vor allem auf die ungeklärten Kartellvorwürfe zurück.

In den USA liegt bereits die erste Sammelklage vor. Dort beschuldigen drei Kunden Volkswagen, Daimler und BMW wegen möglicher Verstöße gegen das US-Wettbewerbsrecht. Die Klage, hinter der die US-Kanzlei Robins Kaplan steht, wurde bei einem Gericht im Bundesstaat New Jersey eingereicht.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, könnte sich für VW aus Strafzahlungen, Imageschaden sowie Schadensersatzansprüchen von Kunden und Zulieferern ein Gesamtschaden im einstelligen Milliarden-Bereich ergeben, sagte Frank Schwope von der Nord/LB.

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