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Salzgitter drohen wieder rote Zahlen

Bilanz Salzgitter drohen wieder rote Zahlen

Billigimporte aus China, Überkapazitäten, Preisverfall - trotz aller Sparanstrengungen entkommt Salzgitter der Krise in der Stahlindustrie nicht. Deshalb schätzt Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller die Aussichten für 2016 vorsichtig ein.

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Energieintensive Branche: Neben der Billigkonkurrenz fürchten Stahlkonzerne auch Verteuerungen bei Emissionsrechten. Foto: dpa

Quelle: Julian Stratenschulte

Salzgitter. Vor Steuern erwartet der im M-Dax notierte Konzern bei „annähernd stabilem“ Umsatz von 8,6 Milliarden Euro nur „in etwa“ ein „ausgeglichenes Vorsteuerergebnis“.

Aber statt einer schwarzen Null könnte das Ergebnis auch rot sein, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag sagte. Dies hänge davon ab, wie schnell die Anti-Dumpingmaßnahmen der Europäischen Kommission wirkten und wie hoch der Einmalaufwand für das Erreichen weiterer „punktueller“ Kostensenkungen ausfalle.

Die Herausforderungen blieben im laufenden Jahr enorm, erklärte Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann gestern. Hauptprobleme seien die weiterhin „in die Europäische Union flutenden Stahlimporte“ sowie die geplante „Verschärfung der energie- und umweltpolitischen Rahmenbedingungen“ in der EU.

Deshalb will der Stahlhersteller, an dem das Land Niedersachsen eine Sperrminorität hält, „an allen Stellschrauben“ drehen, um dort, wo es nötig sei, die Kosten weiter zu verringern. Auch ein Abbau von Arbeitsplätzen über das Sparprogramm „Salzgitter 2015“ hinaus sei nicht ausgeschlossen, sagte der Konzernsprecher. Entschieden sei aber noch nichts. Treffen dürfte dies vor allem zwei Grobblech-Werke, die unter mangelnder Auslastung leiden und „hohe Verluste“ schreiben, wie es hieß. Derzeit liefen die Gespräche mit der Arbeitnehmerseite über „umfassende“ Maßnahmen zur Kostensenkung.

Im vergangenen Jahr hatte es Salzgitter trotz der Marktverwerfungen geschafft, erstmals seit 2011 wieder einen Gewinn vor Steuern zu erzielen. In der Bilanz standen 12,6 Millionen Euro - nach einem Minus von 15,2 Millionen Euro im Jahr zuvor. Dazu trug die 25-prozentige Beteiligung am Hamburger Kupferkonzern Aurubis 21,8 Millionen Euro bei. Negativ zu Buche schlugen die Belastungen infolge der Reparatur eines Hochofens im Werk Salzgitter mit 73,8 Millionen Euro. Wegen des Preisverfalls in der Stahlbranche sanken die Umsatzerlöse von 9 auf 8,6 Milliarden Euro.

Ausschlaggebend für die Ergebnisverbesserung war das drastische Sparprogramm, mit dem die Kosten konzernweit von diesem Jahr an um 200 Millionen Euro jährlich gedrückt werden. Mehr als 1500 Arbeitsplätze fallen dem Rotstift zum Opfer. Ende 2015 waren mehr als drei Viertel des Programm umgesetzt, wie Salzgitter berichtete. Besonders hart traf das Programm die Tochter Peiner Träger, die Langstahl herstellt.

Unter dem Strich verbuchte der Konzern wegen eines Sonderaufwands im vergangenen Jahr einen höherer Verlust als im Vorjahr. Er stieg von 31,9 auf 45,5 Millionen Euro.

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