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Volkswagens Sparpläne sind lückenhaft

Pakt geschlossen – Fragen offen Volkswagens Sparpläne sind lückenhaft

Der Zukunftspakt bei Volkswagen ist beschlossen, viele Details der Neuaufstellung von Niedersachsens größtem Konzern sind jedoch noch offen. Das wurde am Montag im Niedersächsischen Landtag deutlich, wo Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies (SPD) dem Wirtschaftsausschuss Rede und Antwort stand.

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Motorenproduktion in Salzgitter: Die Umbaupläne für das Werk bieten derzeit nur einem Bruchteil der Beschäftigten eine Perspektive.

Quelle: Archivfoto: dpa

Hannover. So hat die Marke VW Pkw für 2020 zwar ein Einsparziel von 3 Milliarden Euro formuliert, wird das jedoch mit den bislang vereinbarten Maßnahmen des Zukunftspakts um mehrere Hundert Millionen Euro verfehlen. Wie die Lücke geschlossen werden soll, ist noch offen.

Innerhalb von vier Jahren will VW weltweit 30.000 Stellen streichen, darunter 23.000 in Deutschland. Geschätzte 20.000 davon dürften auf Niedersachsen entfallen, die VW-Heimat mit 110.000 Beschäftigten. In die Zahl eingerechnet hat die VW-Spitze bereits die 5700 Leiharbeiter, die aktuell an den deutschen Standorten noch im Einsatz sind – vor allem als Beschäftigte der VW-Tochter Autovision. Ob sie jedoch so leicht „abbestellt“ werden können, ist noch unklar. Im Passat-Werk Emden sollten 250 Zeitarbeiter übernommen werden, berichtete Lies gestern. In Hannover sind weitere 800 derzeit aufgrund einer brummenden Produktion „unentbehrlich“, wie der Betriebsrat betont.

Lies kritisiert VW-Chef Müller

Für Wirbel sorgten gestern im Landtag Äußerungen von VW-Konzernchef Matthias Müller. Er hatte in einem Interview ein mangelndes Kundeninteresse für den schleppenden Absatz von E-Autos verantwortlich gemacht. „Ich halte die Äußerung für mehr als ungeschickt“, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und betonte: „Das ist der völlig falsche Weg.“ VW habe das aber nun verstanden. Auch der CDU-Vizefraktionsvorsitzende Dirk Toepffer meinte: „Die Kommunikation des Konzerns ist unterirdisch.“ VW müsse nun endlich wieder in ein ruhigeres Fahrwasser kommen. Für den heutigen Dienstag ist in Hannover eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angesetzt. Zeitgleich wird VW-Markenchef Herbert Diess in Wolfsburg seine Strategie „Volkswagen 2025+“ vorstellen. Niedersächsische Autozulieferer wollen Anfang Dezember auf Einladung von Lies über die Situation bei ihrem wichtigsten Kunden beraten.

Die Haltung der Landesregierung in dieser Frage stößt indes auf Kritik bei der Opposition. In den vergangenen Monaten hatten sich sowohl Lies als auch Regierungschef Stephan Weil (SPD) dagegen ausgesprochen, Leiharbeiter „gewissermaßen auf Vorrat“ abzubauen. Genau das geschehe nun aber, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Jörg Bode, Lies’ Vorgänger als Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat. „Da fallen Reden und Handeln auseinander.“

Völlig unklar sind auch die Perspektiven für eine Batteriezellenfertigung in Salzgitter. Zunächst soll der Standort lediglich „Kompetenzen und eine Pilotanlage“ aufbauen, was nur einem winzigen Bruchteil der 7000-köpfigen Mannschaft Arbeit geben würde. Eine Serienfertigung steht unter dem Vorbehalt der Wirtschaftlichkeit. Die erwartet der Konzern jedenfalls in den nächsten fünf Jahren noch nicht. Denn die gerade vom Aufsichtsrat beschlossene Investitionsplanung bis 2021 sieht dafür keinen Cent vor. Bode warnte vor einer „Elektromobilitätschimäre“. In Salzgitter werden derzeit konventionelle Motoren gefertigt, der Standort wäre vom Wandel zu E-Fahrzeugen besonders betroffen und bräuchte andere Aufgabenfelder. Eine Fertigung von Zellen und Zellmodulen würde Investitionen in Milliardenhöhe bedeuten.

Am Konzernsitz in Wolfsburg will VW offenbar besonders stark im Angestelltenbereich streichen. Die Einsparungen bei Entwicklung und Verwaltung – zusammen immerhin mehr als 30.000 Beschäftigte am Standort – sollen bis 2020 allein gut eine Milliarde Euro ausmachen. Ob der Konzern die Zielzahl wirklich erreicht, steht in den Sternen. Mit dem Betriebsrat wurden im Zukunftspakt lediglich Maßnahmen vereinbart, keine Einsparziele.

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