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Niedersachsen Deutsche Messe beendet jahrelangen Tarifstreit
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Deutsche Messe beendet jahrelangen Tarifstreit
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00:15 07.05.2017
Von Jens Heitmann
Sichert Mindestzahl von Jobs zu: Deutsche Messe in Hannover. Quelle: Rainer Jensen
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Hannover

Zum 70-jährigen Bestehen der Messe wird eine „Jubiläumsprämie“ gezahlt. Im Gegenzug werden Zuschläge für Überstunden erst später fällig. Dies sieht nach HAZ-Informationen eine Betriebsvereinbarung vor, die Vorstand und Arbeitnehmervertreter am Mittwoch unterzeichnet haben.

Bei der Messe hing lange der Haussegen schief. Eskaliert war der Streit, weil die IG Metall den Beschäftigungssicherungsvertrag gekündigt hatte. Dieser wurde im Jahr 2008 geschlossen, als es der Messegesellschaft schlecht ging. In der Folge stieg die Arbeitszeit - ohne mehr Lohn - von 35 auf 38,5 Stunden in der Woche. Dafür verpflichtete sich der Vorstand, bis Ende 2015 auf betriebsbedingte Kündigungen und Ausgründungen von Unternehmensteilen zu verzichten.

Da diese Garantien ausgelaufen wären, ohne dass sich die Arbeitszeit automatisch wieder verkürzt hätte, kündigte die Gewerkschaft den Vertrag. Die Verhandlungen über eine neue Vereinbarung scheiterten Ende 2015. Zwischenzeitlich galt deshalb der Manteltarifvertrag der IG Metall Niedersachsen/Sachsen-Anhalt - und damit im Kern ein Arbeitszeitmodell von 1988.

Im vergangenen Sommer rauften sich Management und Betriebsräte zusammen und vereinbarten einen neuen Ergänzungstarifvertrag zur Beschäftigungssicherung. Er schließt Kündigungen bis zum Jahr 2024 aus. Neben der Arbeitsplatzgarantie hat sich die Messe verpflichtet, eine Mindestzahl von Mitarbeitern in Hannover zu beschäftigen: Bis 2024 darf das Personal von heute 771 Vollzeitstellen höchstens auf 701 Jobs schrumpfen. Man einigte sich damals auf eine Arbeitszeit von 37 Stunden in der Woche - ohne Lohnausgleich.

In der jetzt erzielten, weiteren Betriebsvereinbarung haben sich die Parteien unter anderem darauf verständigt, dass Urlaubs- und Weihnachtsgeld um jeweils 20 Prozent steigen. Hinzu kommt eine Prämie von einem Fünftel eines Monatsgehalts, wenn die Geschäfte der Messe so rund laufen wie geplant. Zudem zahlt das Unternehmen Zuschüsse von bis zu 600 Euro im Jahr für Gesundheitsleistungen wie Brillen oder Zahnersatz.

„Flexible Arbeitszeiten sind für uns als Messeveranstalter essenziell“, sagte Vorstandschef Wolfram von Fritsch. Die Einigung auf eine am Gewinn orientierte variable Vergütung stelle sicher, dass das Unternehmen dabei wirtschaftlich nicht überfordert werde. Auch die Arbeitnehmervertreter zeigten sich zufrieden. „Wir sind nicht euphorisch“, sagte Betriebsratschef Karsten Scheibe. „Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.“

In der Diesel-Krise hat Volkswagen offenbar das Gröbste überstanden. Von Januar bis März hat der Autohersteller seinen Überschuss um 44 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert, während der Umsatz trotz eines leichten Absatzrückgangs um rund ein Zehntel auf 56,2 Milliarden Euro zulegen konnte.

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