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Deutsche Seehäfen kämpfen gegen Fracht-Flaute

Mitgliederversammlung Deutsche Seehäfen kämpfen gegen Fracht-Flaute

Die goldenen Jahre der deutschen Seehäfen mit zweistelligen Wachstumsraten sind vorbei. Doch auch mit bescheideneren Perspektiven erwarten die Häfen eine gute Zukunft.

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Die deutsche Hafenwirtschaft stagniert. Dennoch fällt der Ausblick in die Zukunft durchaus zuversichtlich aus. "Wir sehen Stabilität trotz schwieriger Bedingungen", sagte Klaus-Dieter Peters, der scheidende Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), am Dienstag in Hamburg. "Wir haben es mit konjunkturellen Schwankungen zu tun, nicht mit strukturellen Dauerproblemen wie in der krisengeplagten Schifffahrt." Vor allem das abnehmende Wachstum in China und die schrumpfende russische Wirtschaft sowie Engpässe bei der Infrastruktur machen den Häfen zu schaffen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres verringerte sich der Güterumschlag der deutschen Seehäfen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um zwei Prozent auf knapp 149 Millionen Tonnen. Im zweiten Halbjahr zeichne sich jedoch bereits eine Belebung ab. "Langfristig stehen die Zeichen in der Gesamtbetrachtung aller Ladungsarten weiterhin auf Wachstum", sagte Peters. Für die nächsten Jahre sei mit einem Plus von drei bis vier Prozent zu rechnen. Es sei aber auch zu eng gedacht, nur auf die Umschlagzahlen zu schauen. "Unsere Unternehmen fahren zumeist weiter auskömmliche oder gute Betriebsergebnisse ein und die Anzahl der Arbeitsplätze in den deutschen Häfen hat sich kaum verändert."

Der Bund investiert mehr in die Infrastruktur

Im Gegensatz zu früheren Jahren loben die Hafenbetriebe die aktuelle Politik der Bundesregierung. "Die Investitionen in die Verkehrs-Infrastruktur werden deutlich hochgefahren und verstetigt", sagte Peters. Das neue nationale Hafenkonzept unterstreiche die herausragende Bedeutung der Häfen für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Nun komme es darauf an, die geplanten Investitionen auch umzusetzen und die Mittel abzurufen. Dazu müssten Bund und Länder mehr Bau- und Planungsingenieure einstellen. Heftige Kritik äußerte der ZDS dagegen an der Wettbewerbspolitik der EU, die mit unausgegorenen Vorstößen zum Beihilferecht Investitionen gefährde.

Ganz oben auf der Tagesordnung steht bei den Häfen in der nächsten Zeit das Thema Digitalisierung, das auch bei der nächsten Nationalen Maritimen Konferenz im April in Hamburg im Fokus sein wird. Die Häfen können hier auf mehr Erfahrung zurückgreifen als manche andere Industriebranche. Die massenhafte Abfertigung von Containern seit den siebziger Jahren wäre ohne elektronische Datenverarbeitung nicht möglich gewesen. "Das Internet der Dinge und der Hafen 4.0 werden längst gelebt", sagte Peters. "Aber das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft."

Der ZDS vertritt fast 180 Betriebe an 22 Standorten an Nord- und Ostsee. In den 16 bedeutendsten Seehäfen arbeiten rund 13 000 Hafenarbeiter, davon knapp 6000 in Hamburg und 4500 in den bremischen Häfen. Die Mitgliederversammlung des Verbandes wählte Frank Dreeke, den Chef der Bremer BLG Logistics Group, zu ihrem neuen Präsidenten. Sein Vorgänger Peters kandidierte nicht mehr, da er zum Jahresende als Vorstandsvorsitzender des Hamburger Hafenkonzerns HHLA aufhört.

dpa

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