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Niedersachsen Die Agritechnica ist ausgebucht
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Die Agritechnica ist ausgebucht
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18:44 06.09.2017
Von Jens Heitmann
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Hannover

Zur weltgrößten Fachmesse erwarten die Veranstalter vom 12. bis 18.  November in Hannover erneut mehr als 400 000 Besucher und rund 2800 Aussteller. Mit einer Ausstellungsfläche von 40 Hektar sei das Messegelände ausgebucht, hieß es.

Höhere Investitionsbereitschaft

Im Vergleich zu der vorigen Agritechnica vor zwei Jahren sei die Lage heute „komfortabler“, sagte Grandke. In vielen Ländern zeichne sich eine gute bis sehr gute Getreideernte ab, die Milchviehhalter könnten wieder mit deutlich höheren Preisen kalkulieren, und auch in der Schweinemast gehe es dank einer „robusten Nachfrage“ wieder bergauf. Die Zuversicht der Landwirte mache sich in einer erhöhten Investitionsbereitschaft bemerkbar – unterstützt durch das weiterhin niedrige Zinsniveau.

Bei den Agrartechnikherstellern hat sich der Stimmungsumschwung bereits in den Auftragsbüchern niedergeschlagen: Im ersten Halbjahr 2017 konnten die deutschen Landmaschinen- und Traktorenbauer ihren Umsatz um 7 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro steigern.

Hunderte junge Menschen feierten bei der legendären "Young Farmers Party" auf der Agritechnica.

Die Auslastung der Fabriken habe zuletzt auf dem Niveau des „Ausnahmejahres 2013“ gelegen, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Landtechnik, Bernd Scherer. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einem Umsatzplus von 4 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro.

International entwickeln sich die Märkte unterschiedlich. Angetrieben von einer Rekordernte in der Region um das Schwarze Meer wachse der Bedarf an neuen Maschinen besonders in Russland und der Ukraine, heißt es im „Business-Barometer“ des europäischen Herstellerverbandes Cema. In den USA liefen die Geschäfte hingegen deutlich schlechter, weil die Landwirte dort unter geringen Einkommen litten. Für China rechnen die Experten allenfalls mit verhaltenem Wachstum.

Über 2900 Aussteller aus 52 Ländern präsentieren bei der weltweit größten Landtechnik-Messe Agritechnica ihre Traktoren und Landmaschinen. 

In der Europäischen Union, die für mehr als zwei Drittel der Geschäfte der deutschen Hersteller steht, zeigten sich nur die französischen Bauern bei Investitionen zögerlich, sagte Scherer. Möglicherweise sei dies noch ein Folge der schlechte Ernte des vergangenen Jahres. Gut 84 Prozent der für den Cema-Geschäftsklimaindex befragten Manager sehen die Branche auf Wachstumskurs. „Um ein Strohfeuer handelt es sich ganz sicher nicht“, sagte Scherer. Denn auch die Erwartungen an die Zukunft seien positiv.

Digitalisierung im Fokus

Bei der Agritechnica rückt die Digitalisierung der Landwirtschaft stärker in den Fokus. Die Messe hat in diesem Jahr das Motto „Green Future – Smart Technology“. Im Kern gehe es darum, mit Hilfe digitaler Landtechnik noch effizienter und Ressourcen schonender zu produzieren, sagte DLG-Hauptgeschäftsführer Grandke.

Für die Landwirtschaft sei der digitale Wandel jedoch komplexer als für die Industrie, erklärte Prof. Hans Griepentrog vom Institut für Agrartechnik der Universität Stuttgart-Hohenheim: „Die Bauern arbeiten unter Freilandbedingungen mit einer großen Abhängigkeit vom Wetter.“ Auf diese Herausforderungen gebe es oft noch keine Antworten. „Wir stehen bei der Digitalisierung ganz am Anfang“, sagte Griepentrog.

Expansion in 
die USA

Die Hannover Messe expandiert in den Vereinigten Staaten. Im nächsten Jahr werde erstmals auch in Chicago eine Industrieschau unter diesem Logo stattfinden, teilte die Deutsche Messe am Mittwoch mit. „Die Strahlkraft der Marke Hannover Messe wollen wir nutzen, um im Ausland noch schneller zu wachsen“, erklärte Vorstandschef Jochen Köckler. Zur Auftaktveranstaltung von 10. bis 15. September 2018 erwarten die Veranstalter rund 550 Aussteller. Für die gleichnamige Messe in Hannover im Frühjahr mit mit rund 5000 Firmen und mehr als 200.000 Besuchern gerechnet.

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