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Niedersachsen So will die EU den Logistikverkehr verändern
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02:16 25.09.2016
Von Lars Ruzic
Aufgetankt: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bei der Eröffnung der IAA. Quelle: Stratenschulte
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Hannover

Die EU-Kommission will bis 2020 die Grundlagen für neue Mobilfunknetze legen, mit denen vernetztes und automatisiertes Fahren möglich wird. Sowohl bei der digitalen als auch bei der Verkehrsinfrastruktur „brauchen wir mehr Europa, weniger Nationalismus und Populismus“, sagte Digitalisierungs-Kommissar Günther Oettinger (CDU) bei der Eröffnung der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Wer heute über die Grenzen der EU-Mitgliedsländer fahre, gerate regelmäßig in Funklöcher.

Mitunter erinnere ihn die Netzqualität auf dem Kontinent an die von Burundi oder Uganda, so Oettinger. Mit der Umstellung auf die neuen 5G-Netze, die Südkorea beispielsweise heute schon hat, werde sich allerdings auch die Zahl der Funkmasten verdoppeln, so der EU-Kommissar. „Das müssen wir unseren Bürgern erklären.“

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Im Donnerstag öffnete die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) auf dem Messegelände. Als Star-Gast war der Musiker Peter Maffay dabei.

In der Frage weiter verschärfter Grenzwerte für die Nutzfahrzeuge plädierte Oettinger für Vorgaben, die langfristig Gültigkeit behalten. Ihm schwebe eine Regelung bis 2030 vor, sagte der CDU-Politiker. Ohnehin mache er sich die Sorge, dass man diesen Markt überreguliere. Die Flottenbetreiber hätten schon aus Kostengründen ein großes Eigeninteresse, so CO2-arm wie möglich zu fahren. „Die marktwirtschaftlichen Kräfte sind hier eigentlich stark genug“, meinte Oettinger.

Fahren bald extralange Lkws?

In der Diskussion um extralange Lkw, die derzeit in mehreren Bundesländern - auch in Niedersachsen - getestet werden, bekam die Branche Unterstützung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Die Versuche seien bislang erfolgreich verlaufen, sagte er. „Alles, was an Bedenken geltend gemacht wurde, kann wiederlegt werden - wenn man es richtig macht“, sagte er. Die Lang-Lkw eigneten sich vor allem für den Pendelverkehr zwischen großen Logistikzentren.

Die Nutzfahrzeugbranche wünscht sich schon länger den Regelbetrieb für die extralangen Lkw. Gleichzeitig fordert sie von der Politik, die rechtlichen Grundlagen für das so genannte Platooning zu schaffen. Dabei fahren mehrere Lkw in einer Kolonne - von Fahrerassistenzsystemen auf Abstand von je zehn Metern gehalten, was den Energieverbrauch spürbar senkt.

Für den Regelbetrieb müssten die Anforderungen an den Mindestabstand geändert und dem Fahrer erlaubt werden, auch andere Tätigkeiten im Lkw zu verrichten, sagte VW-Lkw-Chef Andreas Renschler. Lenken müssen die Trucker in den hinteren Fahrzeugen nämlich nicht mehr.

Auch für einen Durchbruch der Elektromobilität im Nutzfahrzeugsektor brauche es mehr Deregulierung, meinte Deutsche-Post-Chef Frank Appel. So müsse die EU-Vorgabe fallen, Autos über 3,5 Tonnen nicht mit einem Pkw-Führerschein fahren zu dürfen. Dann werde man in vielen Ländern schon bald keine Fahrer mehr finden, wenn man Pakete mit E-Autos zustellen wolle, so Appel. Die Fahrzeuge bringen aufgrund ihrer schweren Batterien deutlich mehr Gewicht auf die Waage als konventionelle Fahrzeuge.

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