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Die Rente mit 63 bringt Firmen in Not

Fachkräftemangel Die Rente mit 63 bringt Firmen in Not

Niedersachsens Arbeitgeber klagen: Es gehen zu viele qualifizierte Arbeitskräfte verloren. Dabei gehen noch immer viele Anträge auf vorzeitigen Ruhestand ein. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft belastet der frühere Eintritt in den Ruhestand die Rentenversicherung 2017 mit 1,2 Milliarden Euro.

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Die Rente mit 63 verschärft nach Beobachtung der Unternehmen den Fachkräftemangel. 

Quelle: dpa

Hannover. Die Rente mit 63 verschärft nach Beobachtung der Unternehmen den Fachkräftemangel. Allein in der Metall- und Elektroindustrie seien seit der Einführung 2014 bis heute bundesweit mehr als 25 000 gut ausgebildete Arbeitnehmer verloren gegangen, teilte der Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall am Montag in Hannover mit. „Der Arbeitsmarkt kommt von beiden Seiten unter Druck“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. „Vorne wird es immer schwieriger, junge, gut qualifizierte Mitarbeiter zu finden - und am oberen Ende schneiden wir uns durch politische Maßnahmen selbst ins Fleisch.“

Seit Juli 2014 können Beschäftigte, die 45 Jahre ihre Rentenversicherungsbeiträge bezahlt haben, schon ab 63 ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Im ersten halben Jahr gingen bei der Deutschen Rentenversicherung 206 000 entsprechende Anträge ein, 2015 waren es 247 000, und im vergangenen Jahr 241 000. Für die ersten Monate dieses Jahres liegen im Bund noch keine Zahlen vor - die Daten der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover deuten allerdings auf einen weiterhin starken Andrang hin: Die knapp 2200 Anträge liegen nur geringfügig unter Vorjahresniveau.

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft belastet der frühere Eintritt in den Ruhestand die Rentenversicherung 2017 mit 1,2 Milliarden Euro. Diese Belastung werde mit jedem Jahrgang steigen, der die abschlagsfreie Frührente in Anspruch nehme. Die von der Bundesregierung geschätzte Belastung von knapp 2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 sei vor diesem Hintergrund „sehr optimistisch“, heißt es in einer aktuellen Studie.

Unmittelbar nach der Einführung der Rente mit 63 war bei jedem zehnten Betrieb mindestens ein Mitarbeiter früher ausgeschieden als vom Management erwartet. Mittlerweile machten schon in jedem zweiten Unternehmen Beschäftigte von der Regelung Gebrauch, heißt es in der jüngsten Personalleiterbefragung der Zeitarbeitsfirma Randstad.

In den vergangenen zehn Jahren sei der Anteil der über 63-Jährigen unter den Arbeitnehmern jedes Jahr um 4 bis 5 Prozent gestiegen, hieß es bei Niedersachsen-Metall. Nach der Einführung der Rente sei er erstmals wieder um 5 Prozent gesunken. Damit gehe Erfahrung verloren.

„Mit der Einführung der Rente mit 63 hat die Große Koalition den Fachkräftemangel ohne jede Not verschärft“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller. Innerhalb der Landesregierung sieht man das anders. „Die Regelung, dass Menschen nach 45 Berufsjahren mit 63 in Rente gehen können, ist absolut richtig“, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Viele Menschen seien den psychischen und physischen Belastungen nicht mehr gewachsen. „Wichtig ist es, rechtzeitig für Nachwuchs zu sorgen.“

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