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Die Tui will ihre Resterampe losschlagen

50 Spezialreisemarken Die Tui will ihre Resterampe losschlagen

Der Touristikkonzern Tui treibt seinen Ausverkauf voran. Nach der weltgrößten Betten-Datenbank Hotelbeds wollen die Hannoveraner nun ein Paket mit mehr als 50 Spezialreisemarken losschlagen.  „Es ist genau der richtige Zeitpunkt dafür, es gibt viel Geld im Markt“, sagte Konzernchef Fritz Joussen am Mittwoch bei der Vorlage des Halbjahresberichts.

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50 Spezialreisemarken will der Reisekonzern TUI losschlagen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Erst Ende April hatte die Tui Hotelbeds für fast 1,2 Milliarden Euro an den britischen Finanzinvestor Cinven veräußert – zu einem deutlich besseren Preis, als man erhofft hatte, wie Joussen berichtete. Die nun zum Verkauf stehende „Specialist Group“ hatte die Tui schon vor längerer Zeit nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt. „Es sind alles tolle Marken, aber sie sind nicht Tui“, erklärte Joussen. Sie nutzten nicht die hauseigenen Flugzeuge, Hotels oder IT-Strukturen und passten nicht zur Strategie des Touristikkonzerns. Zu Joussens Resterampe zählen beispielsweise ein Anbieter luxuriöser Flugreisen, ein Jachtvermieter und ein Experte für Polarexpeditionen.

Zuletzt kam die „Specialist Group“, die rund 5000 Mitarbeiter vor allem in Großbritannien und den USA beschäftigt, auf 1,8 Milliarden Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 40 Millionen Euro. Sie ist anderthalbmal so groß wie Hotelbeds, aber weniger profitabel. Wie auch der Hotelbetten-Vermittler dürfte das Geschäft vor allem für Finanzinvestoren interessant sein, sagte Joussen. Im Herbst will er den Verkaufsprozess starten. Zum Jahresende sollen Entscheidungen darüber fallen, wie die Einnahmen aus den Verkäufen verwendet werden sollen. Joussen will das Geld zur Schuldentilgung und für Zukäufe nutzen.

Bereits eingefädelt hat der Konzernchef eine Übernahme in Frankreich. Dort erwirbt Tui voraussichtlich zum Oktober das Landesgeschäft von Transat. Mit dem Kauf wachsen die Hannoveraner in dem für sie traditionell schwierigen Markt zur Nummer eins. Hier ließen sich ausreichend Synergien finden, um das Geschäft profitabel zu machen, so Joussen. Die neue Größe ermögliche es beispielsweise, in Frankreich auch Regionalflughäfen anzusteuern.

Der deutsche Heimatmarkt steht derzeit auch nicht für Wachstum. Bei den Buchungen für das wichtige Sommergeschäft liegt die Tui um 3 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Vor allem die Briten retteten den Umsatz im ersten Halbjahr ins Plus. Er stieg um 2,7 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro.

Unterm Strich verblieb der im ersten Halbjahr übliche Verlust – allerdings verdoppelte er sich nahezu auf 395 Millionen Euro, was mit Abschreibungen auf das Aktienpaket an der Reederei Hapag-Lloyd und Steuereffekten zusammenhängt. Der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust konnte um ein Sechstel auf 237 Millionen Euro verringert werden.

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