Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Diese VW-Plattform soll Autoscout24 angreifen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Diese VW-Plattform soll Autoscout24 angreifen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 29.10.2017
„Segment mit Wachstumspotenzial“: Markt für Gebrauchwagen. Quelle: FrankHoermann/SVEN SIMON
Berlin/Hannover

Volkswagen will eine eigene Online-Plattform für Gebrauchtwagen etablieren. Unter dem Namen Hey-Car hat der Konzern einen Handelsplatz eröffnet, um die bisherigen Marktführer zu verdrängen: „Wir wollen mobile.de und Autoscout 24 von ihrem Thron stoßen“, sagte Hey-Car-Chef Markus Kröger bei der Vorstellung des Portals in Berlin. Über die beiden Konkurrenten werden bisher mehr als 90 Prozent der Online-Autoverkäufe abgewickelt.

Die VW-Plattform soll allen in Deutschland vertretenen Automarken offenstehen - also nicht nur den jenen des Wolfsburger Konzerns. „Wir wollen und können den Wettbewerbern diesen Markt nicht überlassen“, sagte Christian Dahlheim, Vertriebsvorstand von Volkswagen Financial Services.

Die Finanztochter des Autokonzerns hatte bereits angekündigt, ihr Geschäft deutlich auszuweiten. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der Leasing-, Finanzierungs- und Versicherungsverträge von etwa 19 auf 30 Millionen steigen. Dazu will VW Financial bis 2020 rund 500 Millionen Euro in die digitalen Geschäftsprozesse investieren.

Start-up in Berlin

Hey-Car ist eine hundertprozentige Tochter von VW Financial. Sie agiert als Start-up in Berlin mit rund 40 Mitarbeitern. Punkten will die neue Plattform mit Transparenz, dem Verzicht auf Werbung und einem Qualitätsversprechen: Die angebotenen Gebrauchtwagen sollen nicht älter als acht Jahre sein und nicht mehr als 150.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Zudem arbeite man nur mit renommierten Händlern zusammen, betonten die Hey-Car-Manager. Zudem wolle man den Kunden Dienstleistungen wie etwa Finanzierungen anbieten.

Dass der Autokonzern das neue Angebot gerade jetzt startet, hat nach Einschätzung von Branchenkennern auch mit dem Abgas-Skandal und seinen Folgen zu tun. Als Neuwagen sind derzeit vor allem Benziner gefragt - der Anteil der Selbstzünder unter den Neuzulassungen sinkt stetig. Daher stehen Diesel-Modelle bei den Händlern immer länger auf dem Hof.

Volkswagen bestreitet einen solchen Zusammenhang jedoch. Das Gebrauchtwagensegment habe Wachstumspotenzial, sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Leasing GmbH, Anthony Bandmann.

Hey-Car

Hier geht's zur Plattform.

Die neue Plattform ist bereits seit dem 4. Oktober online. Derzeit ist sie nach Angaben des Unternehmens in Berlin, im Raum Hamburg und Bremen sowie im Ruhrgebiet aktiv - mit fast 51.000 Fahrzeugen und mehr als 70 beteiligten Händlergruppen. Bis zum Jahresende sollten es mehr als 70.000 Fahrzeuge und rund hundert Händlergruppen sein. Bis dahin kämen auch Regionen wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Brandenburg hin, hieß es.

Hey-Car will die Zahl der angebotenen Fahrzeuge bis zum nächsten Jahr verdreifachen.Langfristig sollen Interessenten bis zu 300.000 Gebrauchtwagen auf der Plattform finden können. „Das ist eine relevante Größe“, sagte Bandmann. Zum Vergleich: Dies wäre etwa ein Viertel des heutigen Angebots von mobile.de.

Von Jens Heitmann und Thomas Kaufner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nicht deklarierte Wasserzusätze in Pangasiusfilets haben vor einigen Jahren Schlagzeilen gemacht. Inzwischen zeigt sich: Die Praktik, unerlaubte wasserbindende Substanzen einzusetzen nimmt teilweise zu und betrifft auch andere Meerestiere.

26.10.2017
Niedersachsen Versäumnisse bei E-Mobilität - VW-Chef Müller übt Selbstkritik

VW-Chef Matthias Müller hat der deutschen Autoindustrie selbstkritisch Versäumnisse bei der E-Mobilität vorgeworfen. Die Hersteller hätten es „alle miteinander“ nicht geschafft, einen elektrisch angetriebenen Transporter für die Deutsche Post zu entwickeln.

25.10.2017

Die NordLB braucht nach Einschätzung von Niedersachsens Regierung derzeit keine Geldspritze des Landes. „Es gibt aktuell keinen Kapitalbedarf; die NordLB wird in diesem Jahr einen Gewinn machen und erfüllt alle Kapitalanforderungen“, sagte Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD).

25.10.2017