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Digitalisierung bedroht Arbeitsplätze bei der VHV

Versicherungsgruppe Digitalisierung bedroht Arbeitsplätze bei der VHV

Die Versicherungsgruppe VHV gehört zu den erfolgreichsten Versicherungskonzernen Deutschlands. Das Unternehmen will sich darauf nicht ausruhen, sondern die Digitalisierung vorantreiben. Das werde auch deutliche Auswirkungen für die Beschäftigten haben, räumt VHV-Chef Uwe Reuter ein. Konkreter wollte er allerdings nicht werden.

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„Deutliche Auswirkungen für die Beschäftigten“: Routinejobs soll bei der VHV häufiger der Computer erledigen.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)

Hannover. Sie gehört zwar nicht zu den größten Versicherungskonzernen in Deutschland, aber zu den erfolgreichsten: Die VHV-Gruppe in Hannover gewinnt immer mehr Kunden, steigert Einnahmen und Gewinn. Doch das Unternehmen will sich darauf nicht ausruhen, sondern die Digitalisierung vorantreiben. Das werde auch deutliche Auswirkungen für die Beschäftigten haben, räumte gestern VHV-Chef Uwe Reuter ein. Konkreter wollte er allerdings nicht werden.

Wie alle anderen Unternehmen der Branche möchte die VHV die Abwicklung ihres Geschäftes in den nächsten Jahren weitgehend automatisieren. In welchem Umfang dies zu einem Personalabbau führt, ist offen. Entlassungen solle es jedenfalls weiterhin nicht geben, hieß es. Reuter verwies auf die Vorteile für die Mitarbeiter: Die Arbeit werde interessanter, da einfache Routinetätigkeiten zunehmend wegfallen. Dafür seien mehr anspruchsvolle Aufgaben zu erledigen. Wie sich die Stellenzahl dadurch insgesamt verändert, hänge unter anderem vom weiteren Wachstum ab.

In dieser Hinsicht kann der VHV-Chef für die Vergangenheit eine positive Bilanz vorlegen: Demnach habe die Gruppe in den vergangenen drei Jahren dank der guten Geschäftsentwicklung die Zahl der Vollzeitstellen um 300 auf über 3000 gesteigert. Davon sind 2400 in Hannover angesiedelt. Möglich gemacht hat dies der Geschäftserfolg, den der Vorstand auf das schon seit vielen Jahren laufende betriebliche „Fitnessprogramm“ zurückführt.

Vergangenes Jahr steigerte die Gruppe ihre Beitragseinnahmen weiter um gut 5 Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro. Erstmals kletterte der Bestand an Verträgen über die 10-Millionen-Marke. Der Gewinnrückgang um knapp 9 Prozent auf 128 Millionen Euro gegenüber dem Rekordergebnis des Vorjahres spiegele nicht die tatsächliche Entwicklung wider.

Auch das neue Jahr hat laut Reuter mit Zuwächsen begonnen. Vor allem im Autogeschäft konnte das Unternehmen weitere Kunden gewinnen. Unverändert prächtig läuft dank der starken Baukonjunktur auch das für die VHV wichtige Geschäft mit der Bauwirtschaft. Hier will der hannoversche Versicherer laut Vorstandsmitglied Thomas Voigt seinen Marktanteil in Deutschland von heute 24 Prozent auf 30 Prozent im Jahr 2020 ausbauen.

Die VHV-Mitarbeiter profitieren von den guten Zahlen durch eine Gewinnbeteiligung von bis zu 2,5 Monatsgehältern. Allerdings kämen die üppigen Gewinne auch den Kunden zugute, weil die VHV als sogenannter Gegenseitigkeitsversicherer oder Versicherungsverein keine Dividende an Aktionäre ausschüttet. „Wir müssen nicht Kapitaleignern irgendwo in der Welt eine Aktienperformance liefern, die am Ende immer auf Kosten von Kunden gehen muss“, sagte Reuter. Dadurch ist das Kapitalpolster mittlerweile auf über 2 Milliarden Euro angeschwollen – was den Kunden die Sicherheit gebe, dass die VHV jederzeit zahlungsfähig ist.

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