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Dürre setzt der Braugerste zu

Keine Gefahr fürs Bier Dürre setzt der Braugerste zu

Rund 1500 Landwirte bauen in Niedersachsen Braugerste an, mit der Bierbrauereien in Norddeutschland versorgt werden. 2015 hat die lange Trockenheit den Erträgen zugesetzt. Gerhard Rott, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Niedersächsischen Braugerstenanbaus, erwartet Einbußen von 10 bis 15 Prozent.

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Wegen der Trockenheit gibt es Einbußen bei der Braugerste.

Quelle: dpa/Archiv

Zwar würden 90 Prozent der Anbauflächen in Niedersachsen beregnet, aber das dürfte nicht gereicht haben, um das Vorjahresergebnis zu erreichen. Allerdings sei das Jahr 2014 mit Ernteerträgen bis zu 8,5 Tonnen je Hektar ein Ausnahmejahr gewesen, sagt Rott, der einen Hof in Scheppau im Landkreis Helmstedt bewirtschaftet. In diesem Jahr schätzt er die Erträge auf 6,5 bis 8 Tonnen pro Hektar - je nach Region. Im Gebiet Celle und Uelzen würden die Ergebnisse deutlich besser ausfallen als in Gifhorn, Peine und im östlichen Hannover. Dort sei noch weniger Regen gefallen als im übrigen Land.

Trotzdem fahren Landwirte mengenmäßig voraussichtlich keine schlechtere Ernte ein als im vergangenen Jahr. Rott weist darauf hin, dass die Ertragsverluste durch die größere Anbaufläche wettgemacht würden. So sei die Gesamtfläche für den Anbau von Braugerste von 18 000 auf rund 22 000 Hektar gewachsen. Man könne davon ausgehen, dass aus Niedersachsen wieder 130 000 Tonnen Braugerste kommen, aus der das Malz für die Bierherstellung gewonnen wird.

Rott sieht in diesem Ergebnis eine Stabilisierung des Braugerstenanbaus hierzulande. Jahrelang war es mit dem Anbau bergab gegangen. 2010 war der Tiefpunkt mit einer Ernte von gerade noch 55 000 Tonnen erreicht. Die Bauern bauten lieber Mais für Biogasanlagen an, die ihnen über 20 Jahre üppige Boni brachten. Erst durch Kürzung der staatlichen Förderung wurde der Bau immer neuer Biogasanlagen weniger interessant, viele Landwirte besannen sich wieder auf die Braugerste.

Trotzdem reichen auch die wieder gestiegenen Mengen nicht aus, um die Brauereien in Norddeutschland ausreichend mit Malz zu versorgen. Sie benötigen nach Angaben von Rott insgesamt rund 400 000 Tonnen Braugerste. Deshalb kauften die Mälzereien, darunter die Firma Cargill in Salzgitter als letzte ihrer Art in Niedersachsen, Braugerste in Dänemark, England und Frankreich ein. Gern würden die Mälzereien mehr Braugerste aus Niedersachsen verarbeiten, obwohl sie dafür mehr zahlen müssen, sagt Rott. „Weil unsere Qualitäten besser sind.“ Das Kriterium dafür ist der Eiweißgehalt. Er muss möglichst zwischen 10 und 11,5 Prozent liegen, damit die Brauer später einen sahnigen, stabilen Bierschaum erzielen können. Ist der Proteingehalt niedriger, drohen Preisabschläge.

Zurzeit wird die Tonne Braugerste laut Rott mit etwa 180 Euro je Tonne gehandelt. Damit liegt der Preis etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

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