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E-Mobilität kommt nicht in Fahrt

Verkaufszahlen sinken E-Mobilität kommt nicht in Fahrt

Der Verkauf von E-Autos ist in Niedersachsen 2016 zurückgegangen, obwohl es seit dem 1. Juli eine staatliche Kaufprämie gibt. So wurden in Niedersachsen 2016 laut Kraftfahrtbundesamt nur 1010 Autos mit Elektroantrieb zugelassen. Im Jahr 2015, als es noch keine Prämie gab, waren es 1020 E-Autos.

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„Das Thema Reichweitenangst ist groß“: Experten glauben, dass Verbraucher der Technik von E-Autos noch nicht trauen.Foto: dpa

Quelle: Jan Woitas

Hannover. Der Anteil der Elektroautos an den Gesamtzulassungen ist nach wie vor gering. 2016 lag er bei 0,28 Prozent aller Neuwagenzulassungen in Niedersachsen. Das liegt noch unter dem ohnehin geringen Bundesschnitt: Deutschlandweit wurden im vergangenen Jahr 11 410 E-Autos zugelassen, das entspricht einem Anteil an den Gesamtzulassungen von 0,34 Prozent. Etwas besser sieht es bei den Hybrid-Fahrzeugen aus, also bei Autos, die sowohl einen Elektroantrieb als auch einen Verbrennungsmotor haben. Davon wurden in Niedersachsen im vergangenen Jahr 3948 angemeldet, gegenüber 2274 im Jahr 2015.

Land ist nicht überrascht

Bund und Länder hatten sich von der Verkaufsprämie für Elektroautos mehr erhofft. Insbesondere die niedersächsische Landesregierung hatte sich im Bundesrat massiv für die Prämie starkgemacht, um den batteriebetriebenen Elektroantrieben zum Durchbruch zu verhelfen. Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sagte jetzt auf Anfrage, das langsame Anlaufen der Prämie sei „nicht überraschend“.

Die Entscheidung der Kunden für ein Elektroauto werde von der Dichte der Ladestationen und der Reichweite der Fahrzeuge ebenso beeinflusst wie vom Anschaffungspreis. „Mit der Prämie wird bislang nur der Preisfaktor adressiert“, so die Sprecherin.

Doch das habe wenig Wirkung gezeigt, meint der Präsident des Verbandes KfZ-Gewerbe Niedersachsen-Bremen, Karl-Heinz Bley: „Wir haben festgestellt, dass die E-Mobilität auch mit der Kaufprämie ein Flop ist.“ Das Geldgeschenk des Staates habe allenfalls einen Mitnahmeeffekt erzeugt, weil die Hersteller im Gegenzug eigene Prämien gestrichen hätten. Ebenso wie Bley macht auch Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management für den schleppenden Verkauf drei Probleme verantwortlich, die in der Branche unter dem makabren Kürzel RIP laufen: Reichweite, Infrastruktur, Preis. „Das Thema Reichweitenangst ist groß“, sagt Bratzel. Viele haben Sorge, dass sie gerade im ländlichen Raum liegen bleiben, weil es nicht ausreichend Ladestationen gibt. Das könne sich ändern, wenn die Qualität der Batterien sich verbessere.

An fehlenden Ladestationen liege es schon lange nicht mehr, meint dagegen Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Die Metropolregion hat in den vergangenen Jahren am Bundes-Förderprogramm „Schaufenster Elektromobilität“ teilgenommen. Die Ladestationen in der Stadt seien fast immer frei, viele Unternehmen würden ihren Mitarbeitern Anschlüsse bieten, und letztlich könnten viele ihren Wagen auch zu Hause aufladen, so Nowak. „Dass im vergangenen Jahr so wenig E-Autos verkauft wurden liegt daran, dass es keine Autos zu kaufen gab“, sagt der Grünen-Politiker.

200 E-Autos in Kommunen

So sei der Smart zwei Jahre lang nicht lieferbar gewesen. Volkswagen habe seinem E-Up ein neues Aussehen verpasst und deshalb auch Lieferengpässe gehabt. Kommunen der Metropolregion hätten mittlerweile rund 200 E-Fahrzeuge in ihren Flotten. Nach Nowaks Angaben haben örtliche Autohändler wiederholt bei Städten und Gemeinden angefragt, ob sie sich Autos ausleihen können - als Vorführfahrzeuge. „Die beiden am besten verkauften Fahrzeuge 2016 waren die am besten lieferbaren: der BMW i3 und der Renault Zoe“, so Nowak.

Über Engpässe bei der Lieferung von E-Mobilen gab es im vergangenen Jahr mehrere Presseberichte, doch Stefan Bratzel glaubt nicht, dass das wirklich der Grund für die Verkaufsflaute war. Zwar würden E-Autos auf Nachfrage und nicht auf Halde produziert, aber: „Wenn es eine breite Nachfrage gegeben hätte, dann würden die Hersteller sich darum kümmern, diese bedienen zu können“, ist er überzeugt.

VW-Personalchef rechnet mit Jobabbau wegen Elektromobilität

Der Verkauf von Elektroautos stagniert – gleichwohl stellt sich Volkswagen auf einen tiefgreifenden Wandel hin zu mehr Elektromobilität ein. Dieser wird nach Ansicht von VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing voraussichtlich Jobs in den Fabrikhallen der Autohersteller kosten. „Ich glaube, dass im Zeitalter von Elektromobilität und Digitalisierung weniger Leute mit dem Autobau beschäftigt sein werden“, sagte Blessing im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig kämen neue Aufgaben hinzu – unterm Strich sei es aber wahrscheinlich, dass die Zahl der Beschäftigten in der gesamten Branche und auch bei VW sinke.
„Legen Sie mal einen Elektromotor neben einen hochkomplexen Verbrenner“, erklärte Blessing. „Dann sehen Sie: Einen Elektromotor zu bauen erfordert deutlich weniger Aufwand.“ Ähnlich hatte sich zuletzt auch schon Daimler-Chef Dieter Zetsche geäußert. Der Manager hatte einen Jobabbau in der Motorenfertigung angekündigt und damit Arbeitnehmervertreter in Stuttgart aufgeschreckt.
Im sogenannten Zukunftspakt zwischen Management und Betriebsrat will VW die Umwälzungen in der Branche für die Mitarbeiter abfedern. Bis zu 23 000 Jobs werden an den deutschen VW-Standorten bis zum Jahr 2025 gestrichen, bis zu 30 000 weltweit. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben. Zudem werden 9000 Stellen etwa für Software-Entwickler geschaffen – per Saldo verringert sich der Abbau in Deutschland so auf 14 000 Arbeitsplätze.
Zuletzt hatte der Betriebsrat indes mit der Kündigung des Zukunftspakts gedroht – das Management halte Zusagen nicht ein.

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