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Niedersachsen Edeka senkt Preise bei 1000 Markenartikeln
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Edeka senkt Preise bei 1000 Markenartikeln
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00:16 15.05.2016
Von Lars Ruzic
Zufriedener Konzernchef Mark Rosenkranz: Edeka eröffnet immer mehr große Märkte. Quelle: Christian Schwier
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Hannover

Mit Preissenkungen bei mehr als 1000 Markenartikeln will die Edeka Minden-Hannover die Discounter auskontern. „Wir haben gleichgezogen“, sagte Konzernchef Mark Rosenkranz am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Minden. Es gebe keinen Markenartikel mehr, bei dessen Normalpreis der Händlerverbund noch teurer sei als Aldi, Lidl und Co. „Der Verbraucher nimmt das wahr“, ist sich der Chef der größten Edeka-Regionalgesellschaft sicher. Die Umsatzzuwächse in den ersten vier Monaten scheinen Rosenkranz recht zu geben: Auf vergleichbarer Fläche legte der Verbund um 4 Prozent zu. Damit könne man auch im Vergleich zu anderen „ganz zufrieden“ sein.

Seit Aldi wieder Markenartikel ins Sortiment aufgenommen hat, ist der Preiskampf unter den Handelsketten in Deutschland neu aufgeflammt. Der Konkurrent Lidl, selbst mit starkem Fokus auf bekannte Marken, sah sein Geschäftsmodell gefährdet und reagierte mit massiven Senkungen, worauf wiederum die klassischen Supermarkt- und Drogeriemarktketten reagierten. Seit Längerem wachsen die Discounter nicht mehr, dagegen die großflächigen Märkte mit breitem Sortiment.

Umsatz legt zu 

Das gilt auch für die E-Center der Edeka Minden-Hannover. Sie hätten seit Jahresbeginn um fast 5 Prozent zugelegt, berichtete Rosenkranz. Weil der Genossenschaftsverbund mit seinen mehr als 650 selbstständigen Unternehmern zwischen niederländischer und polnischer Grenze immer mehr große Märkte eröffnet und kleinere schließt, wächst die Verkaufsfläche, obwohl die Zahl der Standorte sinkt.

Gut ein Prozent weniger waren es zum Jahresende 2015. Gleichzeitig legte der Umsatz der „Edekaner“ um gut 3,3 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1000 auf 67.900. Niedersachsen steht als größtes Bundesland im Absatzgebiet für fast die Hälfte dieser Kennzahlen. Allein in der Region Hannover arbeiten 3300 Menschen für den Verbund.

Mit der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann wird Berlin zur zweiten Hochburg der Edeka Minden-Hannover. Unlängst hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel dem Zukauf eine Sondererlaubnis erteilt, diese jedoch an umfangreiche Bedingungen geknüpft. Die bemühe man sich nun zu erfüllen, sagte Rosenkranz. Dazu gehören auch Verhandlungen mit Verdi über einen Tarifvertrag für die Beschäftigten, die derzeit noch laufen. Die Mindener werden vor allem Kaiser’s-Märkte in Berlin übernehmen. Das sind 126 Läden mit 6000 Beschäftigten und rund 800 Millionen Euro Umsatz.

Die Standorte seien gut, sagte der Konzernchef. Bei der Umsatzentwicklung gebe es dagegen noch Luft nach oben. Kaiser’s Tengelmann ist bundesweit nicht mehr relevant, hat allerdings außer in Berlin noch Hochburgen in München und dem Rhein-Ruhrgebiet. In der Bundeshauptstadt kann die Edeka Minden-Hannover ihren Marktanteil auf einen Schlag um mehr als 10 auf gut 27 Prozent steigern.

Der lange Umbau von Schäfer’s

Der Umbau der Backwarentochter Schäfer’s entwickelt sich für die Edeka Minden-Hannover zum Marathonlauf. Mehr als drei Jahre nach dem Beschluss, das Filialgeschäft an Selbstständige abzugeben, sitzen die Mindener noch immer auf fast der Hälfte aller Geschäfte. „Der Trend stimmt, aber wir gehen in kleineren Schritten vor“, sagte Konzernchef Mark Rosenkranz.

Die einst weit mehr als 800 Läden von Deutschlands größtem Filialbäcker sollen an selbstständige Edeka-Händler oder Existenzgründer abgegeben werden. Die Edeka Minden selbst konzentriert sich auf die Herstellung der Waren und hat dazu gerade ein 75 Millionen Euro teures Umbauprogramm beschlossen, von dem auch das größte Werk in Lehrte profitiert. Die Läden leiden unter der wachsenden Konkurrenz von Billigbäckern und Backstationen in den Supermärkten.

Dutzende haben die Mindener deshalb bereits geschlossen. Heute betreibt sie noch immer 339 von 763 Läden selbst. Die Zahl der Geschäfte, die an Existenzgründer – meist frühere Filialleiter von Schäfer’s – gingen, stieg um 15 auf 125. Konzernchef Rosenkranz gab sich dennoch „sehr zufrieden“ mit der Entwicklung.

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