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Einigung im zweiten Anlauf bei Preussenelektra

1000 Stellen fallen weg Einigung im zweiten Anlauf bei Preussenelektra

Mit einer Mehrheit von knapp 80 Prozent haben die in den Gewerkschaften Verdi und IG BCE organisierten Arbeitnehmer für einen „Tarifvertrag soziale Sicherung“ votiert, wie aus einer Mitarbeiter-Information hervorgeht. Bei Eons Atomtochter fallen 1000 Stellen ohne Kündigungen weg.

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Jetzt doch beschlossen: Preussenelektra mit seiner Zentrale in Hannover streicht Stellen, macht aber auch Zugeständnisse. Foto: Schaarschmidt

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die Abwicklung von Eons Atomtocher Preussenelektra kann in geregelten Bahnen verlaufen: Mit einer Mehrheit von knapp 80 Prozent haben die in den Gewerkschaften Verdi und IG BCE organisierten Arbeitnehmer für einen „Tarifvertrag soziale Sicherung“ votiert, wie aus einer Mitarbeiter-Information hervorgeht. In der bis Ende 2027 laufenden Vereinbarung ist festgelegt, dass das Unternehmen auf Kündigungen verzichtet und die Beschäftigten im Gegenzug flexibler arbeiten.

Meiler gehen 2022 vom Netz

Die Preussenelektra betreibt für den Konzern die Atomkraftwerke Grohnde, Brokdorf sowie Isar 2 und managt den Abbau stillgelegter Reaktoren. Daneben tritt sie seit Juli als Dienstleister für die Atommüllgesellschaften des Bundes auf und betreibt in deren Auftrag zehn Lager für schwach- und mittelradioaktive sowie für hochradioaktive Abfälle.

Da der letzte Nuklearmeiler wegen des Atomausstiegs Ende 2022 vom Netz geht, benötigt Preussenelektra künftig deutlich weniger Personal. Von den aktuell 2000 Arbeitsplätzen - 300 davon in der hannoverschen Zentrale - soll innerhalb der nächsten zehn Jahre mindestens die Hälfte wegfallen.

Um den Abbau ohne Entlassungen zu meistern, hatte sich die Gesellschaft im Sommer mit den Gewerkschaften auf ein „Zukunftspaket“ geeinigt - dieser Kompromiss wurde von der Belegschaft Mitte Juni jedoch mit knapper Mehrheit abgelehnt. Vorgesehen waren unter anderem eine fünfprozentige Lohnkürzung, eine Verlängerung der Arbeitszeit von 37 auf 39 Wochenstunden und der Wegfall von Überstundenzuschlägen.

Von dem Paket hatte sich die Eon-Tochter Einsparungen von 40 Millionen Euro erhofft - im Gegenzug sagte das Unternehmen eine Vorruhestandsregelung mit 56 Jahren und einen Sozialplan zu. Darüber hinaus wollte man den Rückbau der Kraftwerke mit mehr eigenem Personal angehen als gesetzlich vorgeschrieben.

Die Ablehnung dieser Vereinbarung durch die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter hatte in Teilen der Belegschaft Unmut hervorgerufen. Insbesondere die Beschäftigten in der Zentrale zweifelten an der Rechtmäßigkeit des Votums. In einem Schreiben an Verdi-Chef Frank Bsirske hieß es, dass sich am Standort 90 Prozent aller Mitarbeiter für das „Zukunftspaket“ ausgesprochen hätten.

Begehrlichkeiten geweckt

Für zusätzliche Aufregung hatte die vom Bundesverfassungsgericht angeordnete Rückzahlung der Brennelementesteuer an die Atomkonzerne gesorgt - Eon flossen dadurch rund 3 Milliarden Euro zu. Das weckte in der Preussenelektra-Belegschaft in Bezug auf das „Zukunftspaket“ Begehrlichkeiten. Man habe aber deutlich gemacht, dass durch die Rückzahlung nur eine in der Vergangenheit aufgerissene Lücke geschlossen worden sei, verlautet aus dem Konzern.

Im jetzt beschlossenen Tarifvertrag habe Preussenelektra unter anderem Zugeständnisse bei Ausgleichsstunden und Prämien für den Einsatz an dienstfreien Tagen gemacht, heißt es in der Information der Gewerkschaften. Als besonderen Erfolg verbuchen sie den Wiedereintritt der Gesellschaft in den Haustarif des Eon-Konzerns: Damit sei die Teilnahme an künftigen Tariferhöhungen gesichert.

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