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Niedersachsen Eon-Atomsparte heißt künftig "PreussenElektra"
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Eon-Atomsparte heißt künftig "PreussenElektra"
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00:27 13.09.2015
Von Jens Heitmann
Soll bei Eon bleiben: Das Kernkraftwerk Grohnde läuft voraussichtlich noch bis zum Jahr 2021.  Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

Weil die Bundesregierung die Haftung der Energiekonzerne für ihre Kernkraftwerke verschärfen will, wird sich der Marktführer Eon anders aufspalten als bisher geplant: Die Atommeiler würden jetzt doch nicht in eine neue Gesellschaft ausgelagert, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen gestern. Bisher wollte sich Eon von 2016 an auf die Geschäftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb konzentrieren - neben den Kohle- und Gaskraftwerken sollten auch die Nuklearblöcke in eine neue Einheit namens Uniper übergehen.

Für den Strategieschwenk machte Teyssen die Bundesregierung verantwortlich. Union und SPD wollen mit einem neuen Gesetz sicherstellen, dass für die atomaren Altlasten der Versorger am Ende nicht der Steuerzahler gerade stehen muss. Eon würde somit dauerhaft für die Rückbaurisiken geradestehen und könnte sich nicht wie bisher fünf Jahre nach der Uniper-Abspaltung aus der Haftung verabschieden. Das sei nicht akzeptabel, heißt es in einem Schreiben Teyssens an die Mitarbeiter: „Eon könnte also auf unbegrenzte Zeit und in unbegrenztem Umfang für ein Geschäftsfeld verantwortlich gemacht werden, auf das es - da unter der Führung einer künftig unabhängigen Uniper - gar keinen Einfluss hätte.“

Teyssen zeigte sich zuversichtlich, dass das Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben werde. Bis zu einer Entscheidung könnten aber Jahre vergehen. Diese Zeit habe man nicht - die neu sortierten Gebilde sollen zum Jahreswechsel startklar sein: „Wir können nicht auf etwaige politische Entscheidungen warten, die die Abspaltung von Uniper verzögern könnten“, sagte Teyssen. Die Atomkraftwerke führt Eon künftig unter der alten Marke „PreussenElektra“.

"PreussenElektra"

Eine Name mit Tradition: PreussenElektra steht in Hannover für die alte Energiewelt. Unter dem Schutz der Gebietsmonopole füllten die Großkraftwerke über Jahrzehnte hinweg die Konzernkasse. Die Liberalisierung der Energiemärkte entzog diesem bequemen Geschäftsmodell jedoch die Grundlage. Als sich die Mischkonzerne Veba und Viag im Jahr 2000 zu Eon zusammenschlossen, wurden auch die Töchter PreussenElektra und Bayernwerk fusioniert. Weil der Freistaat an „seinem“ Versorger beteiligt war, wanderte die Unternehmenszentrale nach München ab. Die Kraftwerke steuerte der Konzern aber weiterhin aus Niedersachsen. Als Eon seine Standorte nach und nach auflöste, wurde auch München abgewickelt – Hannover hat den Kahlschlag bisher überlebt.

Was die Pläne für Hannover bedeuten, blieb zunächst unklar. Noch beschäftigt Eon an den beiden Standorten Mühlenberg und im früheren Hastra-Gebäude etwa 1300 Menschen. Hannover bleibe die Zentrale für „Kernenergie und IT-Dienstleistungen“, hieß es im Frühjahr. Im Herbst 2014 hatte Eon die 300 hannoverschen Mitarbeiter der konventionellen Kraftwerksparte aufgefordert, das Unternehmen zu verlassen oder nach Essen zu wechseln. Dort sollte damals noch die Uniper-Zentrale entstehen - inzwischen ist als deren Standort Düsseldorf vorgesehen.

An der Börse gehörte die Eon-Aktie mit einem Minus von zwischenzeitlich mehr als 7 Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. Verantwortlich dafür war die Aussage Teyssens, der Konzern rechne für das laufende Jahr mit einem Rekordverlust in der Größenordnung eines „mittleren einstelligen Milliardenbetrages“.

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