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EEV-Anleger gucken in die Röhre

Finanzielle Schwierigkeiten EEV-Anleger gucken in die Röhre

Die Erneuerbare Energie Versorgung AG (EEV) ist offenbar in finanziellen Schwierigkeiten. Das geht aus einem Schreiben an die Kapitalanleger hervor, das der HAZ und "NDR Info" vorliegt. Demnach müssen die rund 2400 Anleger wohl auf Zinszahlungen verzichten.

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Die EEV – hier das Biomassekraftwerk des Unternehmens in Papenburg – bei rund 2400 Anlegern Kapital eingesammelt.

Quelle: Cordsen

Hannover. Wie aus dem Schreiben an die Kapitalanleger hervorgeht, erwartet die Gesellschaft für das vergangene Jahr einen Verlust. Für die Genussrechteinhaber bedeute dies, dass „nach aller Wahrscheinlichkeit“ mit einer Zinszahlung nicht gerechnet werden könne, heißt es in dem Newsletter. Die EEV hat seit ihrer Gründung 2012 mehr als 25 Millionen Euro bei rund 2400 Anlegern eingesammelt.

Mit dem eingeworbenen Kapital will die Gesellschaft den Kauf eines Biomasseheizkraftwerkes in Papenburg und einer Planungsgesellschaft für einen Windpark finanzieren. Die ausgegebenen Genussrechte sollten eine Rendite von bis zu 9 Prozent abwerfen - später hat die EEV eine Festzins-Kapitalanlage mit bis zu 6,75 Prozent aufgelegt. Die Zinsen für letzteres Modell würden „selbstverständlich“ ausgezahlt, heißt es in dem Schreiben.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit Längerem gegen leitende Mitarbeiter der EEV. Laut Anklagebehörde geht es um „Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb“. Bei der Staatsanwaltschaft sind dem Vernehmen nach Strafanzeigen eingegangen, in denen unter anderem der Verdacht auf Kapitalanlage­betrug geäußert wird.

Für das Kraftwerk in Papenburg muss die EEV 15 Millionen Euro bezahlen, für das Offshore-Projekt Skua in der Nordsee werden 11,5 Millionen Euro fällig - hinzu kommen noch 3 Millionen Euro für die weitere Planung und Entwicklung des Windparks. Mit beiden Projekten steckt die EEV in Schwierigkeiten. Die Kaufpreise sollten bereits 2013 vollständig bezahlt sein; die Gesellschaft konnte aber mehrfach die Raten nicht überweisen.

Nach dem ursprünglichen Geschäftsplan habe man einen „Finanzierungsbedarf von 38 Millionen Euro“ gehabt, heißt es in dem Schreiben an die Anleger. Man habe jedoch nur etwa zwei Drittel dieser Summe akquirieren können. „Dieses Finanzierungsloch hat uns schwer getroffen.“ Die Lücke lasse sich „nicht ohne Weiteres kompensieren“.

Zudem gab es Probleme mit dem Kraftwerk. Wegen eines größeren Schadens an der Turbine habe der Meiler 2014 fast drei Monate stillgestanden. Erst 2016 werde man hier wieder Geld verdienen. Schwierigkeiten gibt es auch beim Windpark-Projekt. Die EEV wollte Skua ursprünglich in diesem Jahr für 50 Millionen Euro verkaufen. Doch die zuständige Behörde hat Skua bisher nicht genehmigt, weil er in einem militärischen Übungsgebiet liegt.

Vorstand Bernhard Faber sieht die EEV dennoch nicht in Not. Vom nächsten Jahr an werde sich die Gesellschaft „wieder in einer stabilen Gewinnzone bewegen“. Die Anleger dürften darauf hoffen, neben den laufenden Zinsen auch Nachzahlungen für 2015 zu erhalten. Es liege ein „belastbarer Liquiditätsplan“ vor. Testierte Jahresabschlüsse hat die EEV weder für 2013 noch für 2014 veröffentlicht; man arbeite „mit Hochdruck daran, das Versäumte nachzuholen“, heißt es in dem Newsletter.

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