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Niedersachsen Es läuft gut - und der Chef wundert sich
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00:16 11.05.2017
Von Albrecht Scheuermann
Für die VGH einer der „überschaubaren“ Feuerschäden des laufenden Jahres: der Brand der Hauptschule Lehrte-Süd im Januar. Foto: Elsner (Archiv) Quelle: Foto:Christian Elsner HAZ / NP
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Hannover

Im Blick hat er dabei in erster Linie das extreme Zinstief, das die Einnahmenseite vor allem der Lebensversicherer massiv beeinträchtigt. „Unsere Nehmerqualitäten sind viel größer als gedacht.“ Dies sei ein „gutes, ermutigendes Zeichen“.

Der niedersächsische Marktführer sieht sich nach einem gelungenen Geschäftsjahr 2016 auch im laufenden Jahr bislang auf gutem Weg. Allerdings wollte der VGH-Chef gestern nicht zu viel Optimismus versprühen und bemühte ein Bild aus dem Radrennsport. „Das ist anders als bei der Tour de France. Wir wissen nicht, wie hoch die Berge sind, die vor uns liegen.“

Die Versicherungsgruppe profitiert derzeit wie die ganze Branche von niedrigen Schäden. Schon vergangenes Jahr musste das Kernunternehmen der Gruppe, die Landschaftliche Brandkasse Hannover, erheblich geringere Schäden regulieren als im Jahr zuvor und 2017 ging es bislang so weiter - wobei sich dies „stündlich ändern kann“. Kasten erinnerte an den Hagelsturm, der Ende Juli 2013 innerhalb von Minuten einen Schaden von etwa 100 Millionen Euro bei der Brandkasse verursacht hatte.

Vergleichbare Unwetter sind schon länger ausgeblieben. Auch sonst ist die Belastung durch Großschäden gering. Zu den „überschaubaren“ Feuerschäden im laufenden Jahr gehört die Zerstörung der Turnhalle der Hauptschule Lehrte-Süd im Januar.

Zur Not kündigt die VGH

Insgesamt ist die Schadenquote, also das Verhältnis der Schäden zu den Beitragseinnahmen, bei der Brandkasse von fast 71 Prozent im Jahr 2015 auf 65 Prozent im Jahr 2016 zurückgegangen. Dies liegt zum Teil auch an „gezielten Sanierungsmaßnahmen“, die zugleich jedoch die Beitragseinnahmen dämpfen. Laut Vorstandsmitglied Thomas Vorholt trennt sich der Versicherer im sogenannten Flottengeschäft von gewerblichen Kunden, deren Fuhrparks durch besonders hohe Schäden auffallen - sofern man sich nicht auf eine entsprechende Prämienanhebung einigen kann. 11 000 Verträge seien dadurch zum Jahreswechsel verloren gegangen.

Ähnlich sieht es in der Wohngebäudeversicherung bei den Leitungswasserschäden aus. Sie haben generell stark zugenommen, weil die Wasserleitungen in vielen Häusern alt und daher marode sind. Wenn ein Kunde mehrmals solche Schäden meldet, versucht die VGH laut Vorholt, Prämienanhebungen oder einen Selbstbehalt zu vereinbaren - „sonst trennen wir uns“.

Vergangenes Jahr hat die VGH einschließlich der Provinzial Lebensversicherung und der Alten Oldenburger Krankenversicherungsgruppe ihre Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro gesteigert. VGH-Chef Kasten zeigte sich mit allen drei Unternehmensbereichen „sehr zufrieden“, zumal sie durchweg ein Plus bei Einnahmen und Gewinn auswiesen.

Die Prämie für Elektroautos ist in Niedersachsen seltener nachgefragt als in den süddeutschen Bundesländern. Seit Juni 2016 wurden in Niedersachsen lediglich 1572 Anträge gestellt. Der Elektromobilität fehlten weiterhin die Kaufimpulse, meint der Präsident des niedersächsischen Kfz-Gewerbes. 

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