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„Flüchtlinge verdrängen keine Arbeitssuchenden“

Arbeitsmarkt in Niedersachsen „Flüchtlinge verdrängen keine Arbeitssuchenden“

Der Zuzug von Flüchtlingen führt zu keinem Verdrängungswettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Das hat Klaus Stietenroth unterstrichen, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen, als er die Halbjahresbilanz 2016 vorstellte.

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Nur jeder achte unter den Flüchtlingen könnte gleich als Fachkraft anfangen. 

Quelle: dpa

Hannover. „Es gibt keinen Verdrängungswettbewerb durch die Flüchtlinge“, sagte Arbeitsagentur-Chef Klaus Stietenroth. Auch nicht im eher niedrigen Lohnsegment. Stietenroth widersprach der noch vor Monaten in der Politik geäußerten Erwartung, dass besonders viele hoch ausgebildete Menschen nach Deutschland gekommen seien, „der vielzitierte Doktor aus Syrien“. Nur jeder achte unter den Flüchtlingen könnte sogleich als Fachkraft anfangen. Viele der Flüchtlinge seien motiviert, hätten beruflich in ihren Herkunftsländern auch etwas unternommen, aber keine formalen Abschlüsse vorzuweisen. „Zu 60 Prozent bekommen sie Helfertätigkeiten angeboten, etwa in der Gastronomie oder im Reinigungsgewerbe.“ Viele der Menschen wollten lieber sofort eine Arbeit aufnehmen, anstatt eine mehrjährige Lehrzeit auf sich zu nehmen, weil sie ihre Schlepper bezahlen müssten oder Geld nachhause zu ihren Familien schicken müssten.

Im Juni waren nach Stietenroths Angaben in Niedersachsen rund 15 300 Geflüchtete arbeitslos gemeldet, in Bremen rund 2900. Viele Flüchtlinge bräuchten besondere Unterstützung, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sagte Stietenroth. Seit Anfang 2015 hätten in Niedersachsen rund 9000 von ihnen Qualifikationsprojekte der Agenturen und Jobcenter begonnen. Um den Deutschunterricht und die berufliche Qualifikation besser zu verzahnen, starte im August ein neues Programm mit dem Titel KompAS. Insgesamt zeige sich der Arbeitsmarkt in Niedersachsen robust, sagte Stietenroth. Die Zahl der Arbeitslosen sank im ersten Halbjahr um 2,3 Prozent auf 257000 Menschen. Auch in Bremen ging sie um 2 Prozent zurück.

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