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Niedersachsen Chinesische Post kommt 2018 nicht mehr
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Chinesische Post kommt 2018 nicht mehr
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15:48 10.10.2018
Die Ankunft chinesischer Frachtflieger am Flughafen Hannover verzögert sich weiter. Quelle: dpa
Hannover

Die Einrichtung direkter Frachtflüge zwischen Hannover und China verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Ursprünglich wollte die chinesische Post die Verbindung im Sommer aufnehmen, dann wurde der Start auf den Herbst verschoben. Doch auch dieser Termin lasse sich nicht halten, sagte der Direktor der China Express Germany, Udo Sass, am Mittwoch: „Damit wird es in diesem Jahr nichts mehr.“

Nach HAZ-Informationen sind dafür Probleme einer Chartergesellschaft verantwortlich. Für die Verbindung nach Hannover benötigt die chinesische Post drei Maschinen – eines der Flugzeuge habe die Gesellschaft kurzfristig an eine Leasing-Gesellschaft zurückgeben müssen, hieß es. Es werde nach Alternativen gesucht. Die Kapazitäten im Bereich der Luftfracht seien aber größtenteils ausgeschöpft. Die Lufthansa Cargo soll eine entsprechende Anfrage abschlägig beschieden haben.

Die Fluglinie der chinesischen Post – China Postal Airlines – kann Hannover nicht selbst ansteuern, da die Flotte nur aus Flugzeugen für kurze und mittlere Strecken besteht. Ein weiteres Hindernis ist das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und China – schon heute nutzen chinesische Fluglinien das Maximum an rechtlich möglichen Linienverbindungen aus. Deshalb ist man auf der Suche nach einer Frachtgesellschaft aus dem EU-Raum.

Am Flughafen Hannover zeigte man sich enttäuscht über die neuerliche Verzögerung. „Wir haben bereits viel Arbeit in das Vorhaben investiert und viele Vorleistungen erbracht“, sagte Geschäftsführer Raoul Hille: „Im nächsten Jahr muss das Projekt fliegen, sonst stellt sich die Gretchenfrage, wie es weitergeht". China Express Germany zeigt sich da optimistisch: „Wir werden 2019 von Hannover aus fliegen“, sagte Sass.

Die chinesische Post hatte 2017 angekündigt, seine Europazentrale am Flughafen Hannover einzurichten. Außer einer direkten Flugverbindung geht es dabei auch um den Aufbau eines „zentralen Logistik-Knotens“ für die Abwicklung von Postsendungen und Fracht. Die Landesregierung hatte eine drei- bis vierstellige Zahl neuer Arbeitsplätze am Flughafen in Aussicht gestellt.

Von Jens Heitmann

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