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Förderung kinderreicher Familien zahlt sich aus

Im Fokus Förderung kinderreicher Familien zahlt sich aus

Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Nur wenn der Nachwuchs einen Berufs- oder Hochschulabschluss erreicht, rechnet er sich für den Fiskus und die Sozialsysteme.

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Für drei oder mehr Kinder entscheiden sich Familien immer seltener – wenn nicht gerade Drillinge geboren werden.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Hannover. „Kinder sind ein Segen“, heißt es in Shakespeares Lustspiel „Ende gut, alles gut“. Obwohl der Dichter die Worte der Figur des Narren in den Mund legt, hat das die Übernahme des Zitates in den Volksmund nicht verhindern können. Die meisten Eltern empfinden es so - und kein Volkswirt würde ihnen widersprechen: Ohne Nachwuchs wären Wirtschaft und Gesellschaft schnell am Ende.

Geburtenrate zu gering

Weil Deutschlands Bevölkerung wegen einer zu geringen Geburtenrate schrumpft, überbieten sich die Parteien auch in diesem Bundestagswahlkampf mit Forderungen für eine kinderfreundliche Atmosphäre. „Der Fokus wird dabei jedoch meist auf Kinderlosigkeit und Familiengründung gelegt“, kritisiert die Bundesvorsitzende des Verbandes kinderreicher Familien, Elisabeth Müller. „Die Familienerweiterung wird seltener thematisiert.“

„Uns fehlt das dritte Kind“

Aus Sicht des Verbandes und der Wissenschaft ist das ein Fehler. „Uns fehlt das dritte Kind“, sagt Martin Bujard, Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Während mehr als jede fünfte zwischen 1941 und 1946 geborene Frau drei und mehr Kinder zur Welt brachte, waren es bei den Jahrgängen 1972 bis 1976 nur noch 17 Prozent. Für den Geburtenrückgang in Deutschland sei dieser Wandel viel entscheidender als der deutliche Anstieg der Kinderlosigkeit.

Um die Effekte genauer zu untersuchen, hat der Familien-Verband beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie in Auftrag gegeben. Ergebnis: Eine stärkere staatliche Förderung von Familien, die sich für mehrere Kinder entscheiden, lohnt sich - „wenn sie an den richtigen Stellen ansetzt“, wie der Autor Prof. Axel Plünnecke sagt. Verbandschefin Müller, selbst Mutter von sechs Kindern, formuliert es deutlicher: „Die Förderung rechnet sich dann, wenn Kinder ein mittleres oder hohes Bildungsniveau erreichen.“

Der Abschluss entscheidet

Der Studie zufolge profitieren der Fiskus und die Sozialsysteme im Durchschnitt mit 58.700 Euro, wenn sich Eltern aus der mittleren Gesellschaftsschicht nach zwei Geschwistern noch für ein drittes Kind entscheiden. Erreicht dieses Kind einen Hochschulabschluss, steige der Wert auf rund 448 000 Euro. Gelingt hingegen kein berufsqualifizierender Abschluss, fällt das Ergebnis negativ aus: Im Verlauf seines Lebens beziehe das Kind rund 295.000 Euro mehr an staatlichen und sozialen Leistungen, als es selbst in die Gemeinschaft einzahle, heißt es.

Aus diesem Grund plädieren der Familien-Verband und die IW-Forscher für zielgenaue Hilfen - vor allem bei Wohnraum, Bildung und Betreuung. „Dies bedeutet auch, dass Kitas, Ganztagsschulen und Horte nicht nur von 8 bis 14 Uhr geöffnet haben sollten“, sagt Plünnecke. Den Familien müssten vor allem alltägliche Lasten und Zukunftssorgen genommen werden, sagt Verbandschefin Müller: „Denn wenn das Budget nicht auf Kante genäht ist, der Wohnraum Freiräume bietet und ein positiver Ausblick auf die Rente gegeben ist, kann sich die Gelassenheit einstellen, in der sich die Potenziale der Kinder entfalten können.“

In den aktuell 893.000 Familien in Deutschland mit drei oder mehr Kindern verfügen knapp 40 Prozent beider Elternteile über keinen berufsqualifizierenden Abschluss - das sei insbesondere bei Paaren mit Migrationshintergrund so, heißt es in der Studie. Gleichzeitig liege bei Drei-Kinder-Haushalten aber auch der Anteil der Doppelakademikerpaare mit 16 Prozent höher als bei Kleinfamilien: „Es ist vor allem die klassische Mittelschicht, die etwas seltener dritte Kinder hat.“

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