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Fahrzeugtechnik

Forschen am Auto der Zukunft


Nach gut einjähriger Vorbereitungszeit soll das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) jetzt Gas geben. Am Freitag wurde der Standort Wolfsburg in Betrieb genommen. 45 Experten sind dort angetreten, um Konzepte für sogenannte intelligente Fahrzeuge zu entwickeln. Ein Ableger ist in Braunschweig geplant und soll demnächst die Arbeit aufnehmen.
Christian Wulff (rechts) und Martin Winterkorn forschen am fahrenden Objekt.

Christian Wulff (rechts) und Martin Winterkorn forschen am fahrenden Objekt.

© ddp

Das NFF hat die bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft zum Ziel. Federführend sind das Land, der Volkswagen-Konzern und die Technische Universität (TU) Braunschweig. Aber auch weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen wie etwa die Unis Hannover und Clausthal, die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen sich mit Projekten beteiligen.

„Mit dem NFF bestätigt Niedersachsen endgültig seine Position als Kompetenzzentrum für Mobilität auf der Straße, zu Wasser und in der Luft“, sagte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) gestern zum Start. Das sei nicht nur von wissenschaftlicher, sondern vor allem auch von wirtschaftlicher Bedeutung: „Nimmt man die Zulieferer hinzu, hängen schätzungsweise mehr als 30 Prozent aller niedersächsischen Industriearbeitsplätze vom Fahrzeugbau ab.“

Deshalb steuert das Land 21 Millionen Euro zu dem Projekt bei. Er rechne fest damit, dass der Bund die andere Hälfte übernehmen werde, sagte Wulff. Der zweite Standort soll am Braunschweiger Forschungsflughafen aufgebaut werden. Die Einrichtung mit ihren mehr als 6000 Quadratmetern Nutzfläche soll in zwei Jahren fertiggestellt sein und acht der elf geplanten NFF-Institute aufnehmen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Verminderung der Motoremissionen und die Entwicklung flexibler Fahrzeugkonzepte. In Wolfsburg nutzt das NFF Räume im „Mobile Life Campus“ des Volkswagen-Konzerns. VW hat den Gebäudekomplex erst vor wenigen Jahren für die konzerneigene „Auto-Uni“ errichtet, die aber bei Weitem nicht mehr die einst geplanten Dimensionen erreichen wird.

Die enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen biete für die Industrie nicht nur den Vorteil des Zugriffs auf technische Innovationen, erklärte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn. „Wir erwarten auch die praxisnahe Förderung talentierter junger Nachwuchsingenieure“, sagte er.

Auch Braunschweigs TU-Präsident Jürgen Hesselbach betonte die Nachwuchsförderung. Wichtig sei darüber hinaus, dass die Fachleute unterschiedlicher Richtungen im NFF interdisziplinär zusammenarbeiteten. Das Spektrum reiche von den Wirtschaftswissenschaften über die Tätigkeiten von Ingenieuren und Informatikern bis hin zu Designern und Psychologen.

von Jens Krone

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