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Gastronomie will Flüchtlinge beschäftigen

Nachwuchssuche Gastronomie will Flüchtlinge beschäftigen

Vielen Restaurants und Hotels in Niedersachsen geht der Nachwuchs aus. Immer weniger junge Menschen möchten als Koch, im Service und hinter der Rezeption arbeiten. Daher wollen Gastwirte und Hoteliers mehr Flüchtlinge beschäftigen - bisher scheitert dies aber häufig an Sprachbarrieren.

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Vor allem auf dem Land haben viele Gaststätten und Hotels Personalsorgen. Dort werden Flüchtlinge oftmals gebraucht. Foto: dpa

Quelle: Patrick Seeger

Hannover. „Wir sind in der gesellschaftlichen Verantwortung, uns an der Integration zu beteiligen“, sagte der Präsident des niedersächsischen Landesverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Hermann Kröger, gestern vor rund 250 Delegierten beim Landesverbandstag in Hannover. Die Branche ist auf ausländische Mitarbeiter angewiesen: Die Zahl der Auszubildenden in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr um weitere 9 Prozent auf insgesamt 5353 zurückgegangen.

„Bei uns kommen Beschäftigte und Gäste aus vielen Nationen zusammen“, sagte Kröger. „Einige Mitgliedsbetriebe haben bereits Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht.“ Einer Umfrage des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags (NIHK) zufolge können sich 86 Prozent der befragten Hotels und Restaurants vorstellen, mit Flüchtlingen zu arbeiten - mehr als die Hälfte von ihnen könnte eine Ausbildung anbieten. Seit 2015 haben etwa 19 Prozent der Hotels und Restaurants Flüchtlinge eingestellt.

Die gesetzlichen Hürden sind inzwischen gering: Durch das neue Integrationsgesetz dürfen Flüchtlinge, die seit mindestens drei Monaten in Deutschland leben, hier einen Job annehmen oder eine Berufsausbildung beginnen. Die sogenannte Vorrangprüfung entfällt. Das heißt: Es muss nicht erst nachgewiesen werden, dass es keinen deutschen Bewerber auf die Stelle gibt. Für die Gesamtdauer der Ausbildung sind die Asylbewerber in Deutschland geduldet. Allerdings erhalten sie keine zusätzlichen Deutschkurse.

Viele Flüchtlinge seien „hochmotiviert“, in der Gastronomie zu arbeiten, sagte Kröger. Geringe Deutschkenntnisse von Zuwanderern seien allerdings das größte Hindernis für eine solche Beschäftigung. „Das Sprechen im Alltag klappt meistens ganz gut“, sagte Gastronomin Tanja Ehlers aus Schneverdingen, in deren Restaurant ein Flüchtling aus dem Sudan ausgebildet wird. „Das Problem ist, dass er seine Prüfungen nicht besteht.“ Im Juli 2015 absolvierte der 25 Jahre alte Sudanese ein Praktikum in der Küche ihres Restaurants „An der Wassermühle“ - im August begann er seine Ausbildung zum Koch. „Wie alle hier auf dem Land haben wir Personalprobleme“, sagte Ehlers. Sie bangt um die Zukunft des Lehrlings, denn die Zwischenprüfung nach einem Jahr schaffte er nicht. Nun hofft er auf einen zweiten Versuch.

Der Dehoga-Landesverband will sich dafür einsetzen, dass Auszubildende mit Migrationshintergrund Hilfsmittel für Prüfungen erhalten. Vorgesehen ist das bisher nicht. „Als Gastronomen sind wir da komplett alleingelassen“, sagt Ehlers. Sie könne sich vorstellen, dass Auszubildende bei der Prüfung mit Fremdwörterlexikon oder Dolmetscher arbeiten.

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