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Niedersachsen Gebremste Talfahrt in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Gebremste Talfahrt in Hannover
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00:15 07.11.2014
Von Lars Ruzic
Trotz schwächerer Konjunktur bleibt die Industrie im Großraum Hannover – hier Produktion bei Wabco – vergleichsweise zuversichtlich. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

„Der Herbst-Dämpfer ist im Wirtschaftsraum Hannover nicht so kräftig ausgefallen wie in Niedersachsen“, sagt der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Horst Schrage. Entsprechend gedämpft blieben die Rückgänge beim Indikator für das Konjunkturklima: Er fiel im Raum Hannover lediglich um drei auf 114 Punkte - während es im Land ein Minus von neun auf 109 Punkte gegeben hatte. Die Region ist stark durch die Automobilindustrie geprägt, deren Geschäfte zuletzt noch besser liefen als in anderen Bereichen des produzierenden Gewerbes.

Deshalb zeigt sich die Industrie im HAZ-Hannover-Trend, der gemeinsam mit Arbeitsagentur, Creditreform und IHK Hannover entsteht, auch überraschend optimistisch für die kommenden Monate. Jeder dritte Betrieb erwartet laut IHK eine bessere Geschäftslage - vor drei Monaten war es jeder fünfte gewesen. Selbst bei den Investitionen - zuletzt größter Hemmschuh der Binnenkonjunktur - zeigt die Kurve wieder nach oben. Die Zahl der Industriebetriebe, die hier aufstocken wollen, ist innerhalb eines Quartals von 29 auf 36 Prozent gestiegen.

Die vergleichsweise stabile Lage beschränkt sich derzeit allerdings auf Industrie und Baubranche. Handel, Banken, Dienstleister und Verkehrsgewerbe klagen über eine deutliche Eintrübung der Geschäfte. Über alle Branchen hat sich zudem die Bonität der Unternehmen rasant verschlechtert. Der Bonitätsindex von Creditreform - ein Mittelwert aus den Beurteilungen von Zehntausenden Firmen - zeigt mit 263,1 Punkten den schlechtesten Wert seit dem Start des HAZ-Hannover-Trends vor fast acht Jahren. „Das zeigt, was uns in den kommenden Monaten bevorstehen kann“, sagt Holger Bissel, Chef der Creditreform Hannover-Celle. Wenn sich der Abschwung zu einer Krise ausweite, drohten schnell Insolvenzen und Arbeitsplatzabbau. Bissel rechnet mit „zwei sehr schweren, wohl rezessiven“ Quartalen. „Warm anziehen, das wird ein kalter Winter“, rät der Chef der Auskunftei.

Der Arbeitsmarkt ist vom Abschwung bisher verschont geblieben. Im dritten Quartal sank die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr nur um 2 Prozent. Doch verläuft die Entwicklung hier stets mit Zeitverzug. Erste Anzeichen zeigen sich in den IHK-Umfragen: So liegt der Anteil der Firmen, die Personal abbauen wollen, in der Industrie inzwischen bei 17 Prozent, im Handel bei 18 Prozent und bei den Kreditinstituten, die schon seit Jahren auf Schrumpfkurs sind, inzwischen sogar bei 51 Prozent.

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