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Niedersachsen Firma aus Hannover wird Opfer von Betrügern
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Firma aus Hannover wird Opfer von Betrügern
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10:44 26.07.2018
Überweisungen ins Ausland sind für viele Firmen Routine – doch die IHK rät zur Vorsicht Quelle: ZB
Hannover

Die IHK Hannover warnt vor einer neuen Masche, mit der asiatische Kriminelle vor Kurzem ein hannoversches Unternehmen um eine hohe fünfstellige Summe betrogen haben. „Wir gehen davon aus, dass wir es leider nicht mit einem Einzelfall zu tun haben“, sagte Tilman Brunner, Außenwirtschaftsexperte der IHK, am Donnerstag. Der neue Trick werde jetzt voraussichtlich bei vielen Unterneh­men ausprobiert.

Das betroffene Unternehmen erhielt vor wenigen Tagen eine E-Mail, die scheinbar von einem langjährigen Geschäftspartner aus den USA stammte. Inhalt der Mail: Die US-Firma wolle eine Maschine in China kaufen, doch die Lieferung sei aus Zollgründen kompliziert und teuer. Der deutsche Partner solle in Vorleistung gehen, die Maschine an sich liefern lassen und die Lieferung dann in die USA weiterleiten. Für den Aufwand werde ein Honorar bezahlt.

Absender gefälscht

Das hannoversche Unternehmen kam im Vertrauen auf die langjährige Geschäftsbeziehung der Bitte nach und überwies eine hohe fünfstellige Summe auf ein Bankkonto in China. Erst, als wenige Tage später eine Mail mit der Bitte eintraf, weitere Maschinenteile in China zu kaufen, wurde der Geschäftsführer misstrauisch, rief seinen amerikanischen Partner an – und musste feststellen, dass die authentisch wirkenden Mails gefälscht waren.

Die neue Masche ähnelt dem „Geschäftsführertrick“, bei dem Kriminelle sich als Chef eines Unternehmens ausgeben und dessen Mitarbeiter anweisen, Geld auf ein meist asiatisches Konto zu überweisen. Auf diese Weise wurden Anfang 2017 Firmen aus Niedersachsen und Hamburg innerhalb weniger Tage um mehr als 5 Millionen Euro betrogen. Allein ein Mittelständler aus Soltau verlor 1,5 Millionen Euro.

Die Firma wähnte sich sicher

Laut IHK-Experte Brunner kannte die hannoversche Firma den Geschäftsführertrick gut – und fiel nun trotzdem auf die abgewandelte Masche herein. Die Kriminalpolizei ermittele in dem Fall, das Geld könne man nun aber nicht mehr zurückholen.

Brunner rät zu erhöhter Vor­sicht bei hohen Überweisungen ins Ausland. Insbesondere bei hohen Auslandsüberweisungen sollten „die Alarmglocken läuten“. Eine Klärung solle dann unbedingt telefonisch und persönlich erfolgen, niemals per Mail oder über Dritte.

Von Christian Wölbert

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