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Gerangel um Fangquoten für Nordseefisch

Verhandlungen Gerangel um Fangquoten für Nordseefisch

Es geht wieder um die Fangquoten für Fisch: Wie viel Fisch kann man essen, ohne dass das Meer leer wird? Um diese Grundsatzfrage geht es bei den EU-Verhandlungen um Fischfangmengen. Mit dem Ergebnis sind meist weder Fischer noch Umweltschützer zufrieden.

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Die Fangquoten für Fisch werden wieder festgelegt.

Quelle: dpa/Archiv

Bei den jährlichen Fischquoten-Verhandlungen in Brüssel reden sich Minister die Köpfe heiß. Ein Überblick zum jährlichen Gezerre um das richtige Maß:

Was kommt auf die deutschen Nordseefischer zu?

Sie können sich für das kommende Jahr auf höhere Fangmengen bei Schellfisch, Kabeljau und Hering einstellen. Die Vorschläge für die Fangmengen (Quoten) bei diesen Beständen waren beim Treffen der für Fischerei zuständigen EU-Minister am Montag in Brüssel unumstritten, hieß es in Verhandlungskreisen. Bei Scholle und Seelachs dürfte es kaum Änderungen der Fangmengen geben. Die Makrelenquoten sollen hingegen deutlich sinken. Endgültig sollen die Mengen aber erst am Dienstag feststehen. Über die Quoten für die Ostsee wurde schon im Oktober entschieden.

Was ist eigentlich eine Fischquote?

Quoten legen fest, wie viel Fisch in einem bestimmten Jahr aus dem Meer gezogen werden darf. Gerechnet wird in Tonnen, beim Ostsee-Lachs in einzelnen Fischen. Die Menge variiert dabei nach Bestand. Ein Bestand ist eine Fischart in einem bestimmten Meeresgebiet. Daneben gibt es manchmal auch Regelungen zum sogenannten Fischereiaufwand - dann dürfen die Fischer bestimmte Bestände nur eine begrenzte Zeit im Jahr befischen. Zudem gibt es Auflagen etwa für die Maschengröße von Netzen.

Wie werden die Fischquoten festgesetzt?

Zunächst geben wissenschaftliche Gremien Empfehlungen ab, auf dieser Grundlage macht die Brüsseler EU-Kommission dann konkrete Quotenvorschläge. Die endgültige Entscheidung treffen dann die Minister der EU-Staaten. Dabei stimmt sich die EU mit Drittstaaten wie zum Beispiel Norwegen ab.

Über die Ostsee wurde schon im Oktober entschieden - diese Verhandlungen gelten als einfacher, weil weniger Länder betroffen sind. Die Quoten für den Atlantik und die Nordsee werden im Dezember unter den betroffenen Staaten ausgehandelt und sind oft heftig umstritten. EU-Staaten ohne eigene Meeresfischerei wie zum Beispiel Österreich oder Ungarn stimmen traditionell meist zu. Länder mit großen Fangflotten wie Spanien, Frankreich oder Portugal kämpfen in der Regel für hohe Quoten.

Für die Aufteilung der Quoten auf die EU-Länder gibt es je nach Bestand einen festen Schlüssel. Der deutsche Anteil liegt dabei im Schnitt bei etwa fünf Prozent.

Wie geht es den Fischbeständen?

Besser als früher. Im Nordostatlantik, der Nordsee und der Ostsee wurde im vergangenen Jahr laut EU-Kommission rund die Hälfte der geprüften Bestände langfristig verträglich bewirtschaftet. Zum Vergleich: 2009 waren es nur 14 Prozent. Umweltschützer beklagen, dass immer noch viele Fischbestände auf einem Niveau bewirtschaftet werden, das nicht als langfristig haltbar gilt. Die Branche hält dagegen: Die zahlenmäßig größten Bestände hätten sich bereits erholt, heißt es. Zudem könne sich ein Bestand auch nach und nach erholen - ohne, dass man die Quoten von heute auf morgen drastisch kürze.

Soll das noch besser werden?

Ja. Die EU hat 2013 ihre Fischereipolitik grundsätzlich überarbeitet und sich dabei zum Beispiel das Ziel gesetzt, dass spätestens 2020 alle Bestände auf einem langfristig verträglichen Niveau befischt werden.

Karoline Schacht von der Umweltschutzorganisation WWF bemängelt aber ein "großes Sammelsurium von Ausnahmen" bei der Umsetzung. So dürfen aus Versehen mitgefangene Fische künftig nicht mehr ins Meer zurückgeworfen werden - das sogenannte Rückwurfverbot. Stattdessen muss alles an Land gebracht werden. Diese Pflicht wird erst nach und nach eingeführt, Schacht geht das aber alles viel zu langsam.

Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband meint hingegen: "Es gibt keine Notwendigkeit, das übers Knie zu brechen." Das Rückwurfverbot, das Verschwendung vermeiden soll, hat für ihn eher moralischen Wert. "Im Grunde muss man versuchen, selektiver zu fischen, um unerwünschten Beifang zu vermeiden", sagt er.

dpa

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