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Gewerkschaft warnt e.on: Kein „simples Sparprogramm“

Folgen für Hannover unklar Gewerkschaft warnt e.on: Kein „simples Sparprogramm“

Der Sparkurs bei e.on treibt Gewerkschaftern und Politikern auch in Niedersachsen Sorgenfalten auf die Stirn. Noch sind die Folgen der Kürzungen für die Kraftwerkstochter in Hannover unklar. Die IG BCE will das Konzept prüfen, der Bürgermeister bangt um die Jobs.

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e.on überlegt, weltweit bis zu 11.000 Jobs zu streichen.

Quelle: dpa

Hannover/Düsseldorf. Nach der Ankündigung von e.on, weltweit bis zu 11.000 Jobs zu streichen, geht auch in Niedersachsen die Angst vor einem massiven Jobabbau um. Die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) versuchte am Mittwoch, die Kollegen bei der Kraftwerkstochter von Deutschlands größtem Energiekonzern in Hannover zu beruhigen. „Die Messe ist noch nicht gelesen, erst im Spätherbst fällt die Entscheidung“, betonte ein Sprecher. Zugleich warnte die IG BCE vor einem möglichen Kahlschlag: „Mit einem simplen Sparprogramm zulasten der Beschäftigten ist es nicht getan.“

Viele Mitarbeiter des Düsseldorfer Strom- und Gasriesen wüssten nach wie vor nicht genau, was auf sie zukommen könnte, bemängelte die Gewerkschaft. Der Vorstand prüft mittelfristig den Abbau von knapp einem Achtel aller Arbeitsplätze, vor allem die Verwaltung soll angesichts des beschleunigten Atomausstiegs gestrafft werden. Neben Hannover könnten auch Essen und München betroffen sein.

e.on-Chef Johannes Teyssen wollte zu den geplanten Kürzungen zunächst keine Details nennen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi betreibe mit ihren Angaben, dass drei von fünf wegfallenden Stellen in Deutschland gestrichen würden, aber „reine Spekulation“. Die Belegschaft an den einzelnen Standorten solle bald informiert werden.

Weil sich e.on trotz wochenlanger Gerüchte in Schweigen gehüllt hatte, verlangte die IG BCE „einen offenen und fairen Prozess zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern“. Das Vorstandskonzept werde genau unter die Lupe genommen, hieß es aus der Gewerkschaftszentrale in Hannover. Man werde nicht zulassen, dass die Jobs allein Einsparvorstellungen und den Interessen des Kapitalmarkts an einer schlankeren Struktur von e.on zum Opfer fallen.

Weil sorgt sich um die Folgen für den niedersächsischen Standort

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) sorgt sich um die denkbaren Folgen für den niedersächsischen Standort. „Das sind höchst alarmierende Nachrichten aus der Konzernzentrale“, erklärte er mit Blick auf die jüngste Sitzung des e.on-Aufsichtsrats. „Dass plötzlich jeder achte Arbeitsplatz verzichtbar sein soll, kann ich mir für ein gut geführtes Unternehmen eigentlich nicht vorstellen.“ Die Stadt werde nun das direkte Gespräch mit der Konzernspitze suchen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi läuft Sturm gegen die Einschnitte: „Wir verurteilen, dass der Konzern die Veränderungen der Rahmenbedingungen, die durch Ertragseinbußen notwendig geworden sind, überproportional auf dem Rücken der Beschäftigten austragen will“, sagte Bundesvorstand Erhard Ott. Auch der Konkurrent RWE plant, sich wegen der Energiewende und sinkender Gewinne neu aufzustellen.

Laut e.on sind betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen. Bestehende Vereinbarungen zur Arbeitsplatzsicherung sind nach Verdi-Angaben bis Ende 2012 befristet. Die Gewerkschaft fordert nun einen weiteren verbindlichen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über 2012 hinaus und die Sicherung der Arbeitsplätze.

dpa

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Arbeitsplatzabbau
Von der alten Preusse-Elektra-Zentrale in Hannover aus steuert e.on heute seine Kraftwerksflotte für ganz Europa.

e.on-Chef Johannes Teyssen stimmt die Belegschaft nach der Wende in der Atompolitik auf einen drastischen Arbeitsplatzabbau ein. Deutschlands größter Energiekonzern prüft den Abbau von weltweit bis zu 11.000 Arbeitsplätzen – in Hannover bangen 1000 Mitarbeiter um ihre Jobs.

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