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Gewinneinbruch bei den Stadtwerken

Bilanz Gewinneinbruch bei den Stadtwerken

Die Stadtwerke Hannover haben im vergangenen Jahr einen Gewinn von 88,9 Millionen Euro erzielt und damit gegenüber 2014 einen Einbruch von 9,4 Prozent hinnehmen müssen. „Es war wieder ein schwieriges Jahr, aber das kennen wir schon“, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Feist am Freitag bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz vor dem Eintritt in den Ruhestand.

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„Es war wieder ein schwieriges Jahr, aber das kennen wir schon“: Stadtwerkechef Michael Feist. Archivfoto: Burkert

Quelle: christian burkert

Hannover. Der Umsatz der Stadtwerke verringerte sich um 2,4 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Den Gewinneinbruch bekommen auch die Anteilseigner zu spüren, da sich die Ausschüttungen um insgesamt 14,7 Millionen Euro vermindern. Dies sind die städtische Holding VVG, die den Löwenanteil der Ausschüttung bekommt, die Region Hannover und die Stadtwerke-Holding Thüga. In die Rücklagen steckt das Unternehmen 12 Millionen Euro.

Das Ergebnis war erwartet worden, weil die Probleme am Strommarkt anhalten. Derzeit verdient der Energieversorger nur noch mit seinem Kraftwerk in Hannover-Stöcken Geld. Die beiden anderen Meiler in Mehrum und Hannover-Linden können mittlerweile nicht einmal mehr die Fixkosten decken. Die Stadtwerke haben zwar mehr Strom verkauft, leiden aber unter niedrigen Erlösen. „In den vergangenen vier Jahren ist der Strompreis um ein Drittel gesunken. Wir sind sehr besorgt, dass das so weitergeht“, sagte Feist. Der Anteil des aus Wind, Sonne und Biomasse erzeugten und über Einspeisevergütungen subventionierten Stroms habe in Deutschland 2015 erstmals bei 30 Prozent gelegen - „Ökostrom ist endgültig aus der Nische raus“, folgert Feist.

Der Stadtwerkechef erwartet „substanzielle Diskussionen darüber, wie konventionelle Energien aus dem Markt genommen werden können“. Das Kraftwerk Mehrum sei langfristig ein Kandidat. An der moderneren Anlage in Linden wird nach Angaben von Technikvorstand Harald Noske nicht gerüttelt, „auch, wenn wir dort noch zwei oder drei Jahre rote Zahlen schreiben werden“. Investitionen fließen derzeit hauptsächlich in erneuerbare Energien. Für das laufende Jahr stehen Windenergieanlagen in Neustadt-Esperke und am hannoverschen Kronsberg auf der Liste.

Mehr Freude als das Stromgeschäft bereitet dem Unternehmen der Gasmarkt. Weil 2015 die Temperaturen im Schnitt unter denen von 2014 lagen, ist der Absatz gestiegen. Außerdem verkaufen die Stadtwerke mehr Wasser - eine Folge davon, dass die Bevölkerungszahl in der Region Hannover steigt. Geld verdienen sie auch mit dem Contracting-Geschäft, also dem Projektieren und Betrieb von Anlagen für Dritte etwa im Baltikum.

In der Region Hannover haben die Stadtwerke laut Feist einen recht stabilen Marktanteil von jeweils 80 Prozent bei privaten Strom- und Gaskunden. Der Vorstandschef begründete dies mit den Anstrengungen in Sachen Kundenzufriedenheit. „2008 lagen wir im Vergleich von 30 großen Anbietern unter dem Schnitt, jetzt sind wir über dem Strich und kurz davor, das obere Drittel zu erreichen“, sagte er. Für das laufende Jahr seien keine Änderungen der Verbraucherpreise zu erwarten.

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