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Gifhorner Conti-Werk in der Schwebe

Vertagte Verhandlungen Gifhorner Conti-Werk in der Schwebe

Eine Lösung für den kriselnden Conti-Standort Gifhorn ist auch nach den jüngsten Gesprächen zwischen Management und der Industriegewerkschaft IG Metall nicht in Sicht.Die jüngste Verhandlungsrunde in Hannover ging am Freitagabend ergebnislos zu Ende, teilte Conti mit.

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Konzern will Belegschaft nahezu halbieren und fordert Einigung bis Ende September.

Quelle: dpa

Gifhorn. Continental drückt bei der Sanierung des Standortes in Gifhorn aufs Tempo. Die Gespräche mit der Gewerkschaft IG Metall müssten spätestens bis Ende September zu einem Ergebnis führen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag: „Sonst stehen wichtige Investitionen in Frage.“ Zuvor hatten sich Verhandlungspartner erneut ergebnislos vertagt. Der Konzern will die Zahl der Mitarbeiter im Werk von heute 1465 bis 2023 stufenweise auf 800 verringern, weil es nicht mehr als wettbewerbsfähig gilt.

Gifhorn ist nach der Konzernzentrale in Hannover und dem Contitech-Werk in Northeim der drittgrößte Continental-Standort in Niedersachsen. Er kam im Jahr 1996 mit der Übernahme des Bremsenspezialisten Teves zum Unternehmen. Das Problem des Standorts sei seine Produktpalette, heißt es bei Conti. Unter den sieben unterschiedlichen Bereichen im Werk beruhten einige noch auf wenig innovativer Zerspanungstechnik; andere rechneten sich nur, wenn sie mit gewaltigen Stückzahlen ohne großen Personalaufwand und Umrüstzeiten operierten. In der Autoindustrie gehe der Trend aber in Richtung auf eine größere Variantenvielfalt.

Zudem haben sich andere Hoffnungen nicht erfüllt: Conti hat in Gifhorn viel Geld in den Aufbau einer Elektromotor-Fertigung investiert – doch die Nachfrage entwickelte sich deutlich schlechter als erwartet. Die Kapazitäten seien hier bei weitem nicht ausgelastet, heißt es. Darüber hinaus leidet der Standort unter hausgemachten Problemen: In Gifhorn gebe es 266 unterschiedliche Arbeitsmodelle, zum Teil seien sie auf einzelne Personen zugeschnitten.

Der Konzern hält deshalb eine Rosskur für unumgänglich; bereits Ende vergangenen Jahres hatte man die Arbeitnehmervertreter darüber informiert. Ursprünglich wollte der Konzern die Verhandlungen mit der Gewerkschaft schon bis Juni abschließen. Nun hat Conti angeboten, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und 100 Millionen Euro in Gifhorn zu investieren – wenn die IG Metall den geplanten Arbeitsplatzabbau akzeptiert. „Das zeigt sehr deutlich, dass wir an die Zukunft unseres Standorts in Gifhorn glauben“, erklärte Conti-Verhandlungsführer Matthias Matic, der den Geschäftsbereich Hydraulische Bremssysteme leitet.

Insgesamt hat Conti in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben 84 Millionen Euro in die Modernisierung des Standortes gesteckt. Auch die Beschäftigten mussten ihren Beitrag leisten – etwa mit einer Verringerung der Arbeitszeit um fünf auf 35 Stunden, mit entsprechenden Lohneinbußen. „Wir haben Conti 95 Millionen Euro durch Lohnverzicht und Mehrarbeit geschenkt“, sagte Lothar Ewald, Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg. „Dafür haben wir das Versprechen, das Arbeit in Gifhorn organisiert wird.“ Diese Zusage sei offenbar das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde.

Zur zweiten Gesprächsrunde in Hannover waren gestern 100 Conti-Mitarbeiter aus Gifhorn angereist. Es seien „sehr zähe und harte Verhandlungen“, sagte Betriebsrat Uwe Szymanowski.

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