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Niedersachsen Große Namen, kleine Messe
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00:15 31.01.2014
Von Stefan Winter
Auch der IT-Roboter Roboy der Uni Zürich präsentiert sich den CeBIT-Gästen vom 10. März an.
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Hannover

Die CeBIT-Macher haben sich für die Eröffnung ein Zugpferd aus der Autobranche gesichert: VW-Chef Martin Winterkorn wird am 9. März neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem britischen Premierminister David Cameron auf der Bühne des Hannover Congress Centrums stehen.

Weitere prominente Namen auf der Messe sind  Apple-Mitgründer Steve Wozniack und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Partnerland ist diesmal Großbritannien. Die großen Namen sollen einer Messe Glanz verleihen, die sich ansonsten endgültig vom Glamour verabschiedet. Die CeBIT richtet sich 2014 erstmals ausschließlich an das Fachpublikum, der bisherige Bereich CeBIT life fällt ebenso aus dem Programm wie der besucherstarke Sonnabend. Das neue Konzept kommt in der Branche offenbar an. Bisher hätten sich rund 100 Aussteller mehr angemeldet als vor einem Jahr, sagte Messevorstand Oliver Frese gestern in Hannover.

Die Konzentration auf das Fachpublikum hat allerdings Nebenwirkungen: Die vermietete Fläche wird ebenso schrumpfen wie die Besucherzahl. „Das schlägt zwangsläufig durch“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf, dessen IT-Verband die Neuausrichtung gefordert hatte. Frese wiederholte gestern die Prognose von rund 230 000 Gästen, das sei die Zahl der Fachbesucher 2013 gewesen. Damals kamen allerdings noch 50 000 andere Gäste hinzu, mit denen Frese vorerst nicht mehr rechnet, wenn das Motto künftig „100 Prozent Business“ lautet. Mittelfristig sei wieder Wachstum geplant, sagte Frese, der die Messe vor knapp einem Jahr übernommen hat. In drei bis fünf Jahren soll die Besucherzahl wieder über die 300 000 steigen.

Die Mehrheit der Aussteller hatte auf den Umbau gedrungen, weil das Privatpublikum auf einer Messe für sie nicht interessant ist. Vor allem störte sie die teure Präsenz am Sonnabend, der viel Besuch, aber kein Geschäft brachte. Für die Aussteller zählten nicht Besucherzahlen, sondern Geschäftskontakte, sagte Bitkom-Präsident Kempf. Die Fixierung auf Mengenzahlen – 800 000 Besucher 2001 – müssten sich alle Beteiligten „als Fehler der Vergangenheit zurechnen lassen – es war so leicht“. Auf „100 Prozent Business“ reagiere die Branche jedenfalls mit „100 Prozent Zuversicht“.

Frese verwies darauf, dass bekannte Namen zur CeBIT zurückgekehrt sind. So habe Hewlett Packard einen eigenen Stand ebenso wie Brother, Epson, Kyocera und LG. Feste Größen wie SAP, Software AG, Deutsche Telekom und IBM seien auf unveränderter Fläche dabei.

Die IT-Unternehmen erlebten seit Mitte 2013 einen deutlichen Aufschwung, sagte Kempf, der Branche gehe es „richtig gut“. 78 Prozent der Unternehmen erwarteten in den nächsten sechs Monaten steigende Umsätze, sie seien deutlich zuversichtlicher als die Gesamtwirtschaft. Knapp zwei Drittel der Firmen wollten zusätzliches Personal einstellen, vor einem Jahr seien es 57 Prozent gewesen. Nach wie vor fehlten aber Fachkräfte.  Das diesjährige Motto „Datability“ treffe einen „ungeheuer wichtigen Trend“, sagte Kempf.

Professioneller und jünger

Die jahrelangen Versuche, private Besucher und Profis gleichermaßen zufriedenzustellen, haben die CeBIT-Macher aufgegeben. Von diesem Jahr an heißt es „100 Prozent Business“. Deshalb entfällt der bisherige Bereich CeBIT Life, den zuletzt vor allem Intel mit seinen Computerspielern füllte. Außerdem wird die Messe vorgezogen: Erster Besuchertag ist jetzt Montag, 10. März, am Freitag ist Schluss. Damit entfällt der Sonnabend, zu dem bisher viele Besucher aus der Region kamen.

Eine Tageskarte kostet jetzt 60 Euro (im Vorverkauf 55 Euro), ermäßigt 25 Euro. Die bisherige Aufteilung des Geländes nach vier Zielgruppen wird wieder aufgegeben. Ein Schwerpunkt ist die Sicherheitstechnik in Halle 12. Die Vortragsreihe „Global Conferences“ bleibt, zieht aber in Halle 8 um. Auch den Start-up-Wettbewerb „code_n“ gibt es weiterhin. Rund 300 Start-ups seien auf der CeBIT vertreten, sagte Messevorstand Oliver Frese, dem es dieser Bereich besonders angetan hat. Er will die „jüngste CeBIT aller Zeiten“ auf die Beine stellen.

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