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HDI erhöht Prämien für Industriekunden

Versicherung HDI erhöht Prämien für Industriekunden

Die Talanx-Tochter leidet untere tiefroten Zahlen in der Feuerversicherung. Nun will sie mit Kunden über die Prämien sprechen –und im Zweifel auch auf Verträge verzichten. 

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Brand in einer Kunsstoffirma im Emsland: Der Versicherer HDI will die Prämien für die Industrie  kräftig erhöhen. 

Quelle: dpa

Hannover.  Großkunden des hannoverschen Versicherers HDI müssen sich auf saftige Prämienerhöhungen gefasst machen. Das Unternehmen begründet dies mit tiefroten Zahlen in der industriellen Feuerversicherung. Im Schnitt würden in diesem Bereich Preiserhöhungen von 15 Prozent angepeilt.

Christian Hinsch, Chef der für die Industrieversicherung zuständigen HDI Global SE, sprach im Rückblick auf 2017 von einem „sehr, sehr schlechten Jahr“. Vor allem Hurrikane und Erdbeben in den USA und Mexiko setzten dem weltweit tätigen zweitgrößten deutschen Industrieversicherer zu, aber auch Feuerschäden in der Industrie machen ihm zu schaffen. Während diese immer teurer würden, gingen die Prämien seit Jahren zurück, beklagte Hinsch. 

Ablesbar ist dies an der sogenannten Schaden/Kostenquote in der Feuersparte: In den ersten drei Quartalen habe diese 176 Prozent erreicht. Schon bei 100 Prozent würden die Beitragseinnahmen nur eben ausreichen, um Schäden und Kosten zu decken. Angaben fürs Gesamtjahr konnte Hinsch noch nicht machen. Am weitesten gehe die Schere in Deutschland auseinander. „Der Handlungsbedarf ist offensichtlich.“ 

HDI brauche mindestens 15 Prozent mehr Prämie, in Einzelfällen könne es jedoch noch deutlich teurer werden. Darüber werde der Versicherer nun mit seinen Kunden reden. „Wir werden nicht mit dem Rasenmäher vorgehen“, beteuerte der HDI-Chef. Konkret werde es jedoch erst im Sommer, weil für den Großteil der Verträge zum Jahreswechsel die Verlängerung ansteht. Statt Prämienerhöhungen kämen auch höhere Selbstbehalte in Frage, hieß es. Falls man sich nicht einige, könnten sich die Wege aber auch trennen. „Wenn unsere Prämieneinnahmen in Feuerindustrie dadurch von weltweit 1,4 auf eine Milliarde Euro sinken, würde mich das nicht stören, solange das Ergebnis besser wird“, sagte Hinsch. 

Als Hauptgrund für den Prämiendruck gilt der intensive Wettbewerb. Er hat sich in den vergangenen Jahren auch dadurch verstärkt, dass branchenfremde Investoren wegen des Zinstiefs nach neuen Anlagemöglichkeiten suchen – und den Versicherungsmarkt entdeckt haben. Dass die Schäden in diesem Bereich steigen, hängt unter anderem damit zusammen, dass die Lieferketten in der Industrie immer anfälliger für Störungen werden. Kleine Ursache können große Auswirkungen haben. So kann ein Feuer bei einem kleinen Zulieferer die Produktion eines Autokonzerns lahmlegen. Der – ebenfalls versicherte - Schaden durch die Betriebsunterbrechung ist dann oft viel höher als der Brandschaden selbst. 

Teuerster Einzelschaden für HDI Global war im vergangenen Jahr die Explosion in einer einem deutschen Konzern gehörenden US-Chemiefabrik. 225 Millionen Euro wurden dafür fällig. Allerdings konnte sich der hannoversche Versicherer einen Teil davon von anderen Versicherungen zurückholen, so dass netto eine Belastung „in größerer zweistelliger Millionenhöhe“ blieb. 

Die Industrieversicherung ist die Keimzelle des Talanx-Konzerns und steuert mehr als 4 Milliarden Euro zum gesamten Prämienvolumen des Konzerns von über 30 Milliarden Euro bei. Wegen der ungewöhnlich hohen Belastung durch Naturkatastrophen hat der Konzern 2017 erheblich weniger Gewinn gemacht als geplant. Talanx-Chef Herbert Haas gab sich angesichts der Umstände dennoch zufrieden: „Wir haben uns sehr ordentlich geschlagen.“ Zahlen werden jedoch erst Im März vorgelegt.

Von Albrecht Scheuermann

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