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Niedersachsen Anzeichen für Abschied von VWN-Chef Scholz
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16:21 02.07.2018
Abschied aus Hannover? VW-Nutzfahrzeuge-Chef Eckhard Scholz ist offenbar auf dem Absprung. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Die Anzeichen für einen Abschied von VW-Nutzfahrzeuge-Chef Eckhard Scholz verdichten sich. Auch wenn sich weder der Konzern noch der Manager zu seiner Zukunft äußern wollen, rechnet man im Stöckener Werk und in Wolfsburg mit seinem baldigen Ausscheiden. Seit der Berufung von Herbert Diess zum neuen Konzernchef fürchte Scholz um seine „Beinfreiheit“, hieß am Montag in Unternehmenskreisen: „Die neue kurze Leine ist ihm offenbar zu kurz.“

Volkswagen hatte im April angekündigt, die verschiedenen Konzerntöchter in Markengruppen zu bündeln. Während die Bus-und-Lkw-Sparte unter dem neuen Namen Traton an die Börse gehen soll und damit an Selbstständigkeit gewinnt, finden sich die leichten Nutzfahrzeuge von VWN in der sogenannten „Volumengruppe“ wieder – unter einem Dach mit den Marken VW, Skoda und Seat. Eine engere Zusammenarbeit werde für einen Effizienzschub und zusätzliche Synergien sorgen, hieß es zur Begründung.

Diese „Volumengruppe“ führt Diess –neben dem Gesamtkonzern und der Marke VW – selbst. Damit habe sich der Spielraum für die VWN-Manager in Hannover deutlich verkleinert, hieß es. Zu spüren bekam man das in Hannover jüngst bei der Ankündigung einer strategischen Allianz mit Ford. „Diess ist hier eindeutig der Treiber“, sagte ein Konzern-Aufsichtsrat. Die Kooperation mit dem US-Autobauer soll helfen, bei der Entwicklung und dem Bau neuer Modelle zu sparen.

Da Ford seine Nutzfahrzeuge zu einem großen Teil an kostengünstigen Standorten wie in Rumänien und der Türkei produziert, sehen Arbeitnehmervertreter Fragezeichen hinter der Entwicklung des Stöckener VWN-Stammwerkes mit seinen rund 14.200 Beschäftigten. In Hannover laufen die Transporter-Baureihe der sechsten Generation und der Pick-Up Amarok vom Band, außerdem werden für den Konzern Komponenten wie Zylinderköpfe produziert. Die Modelle Caddy und Crafter baut VWN in Polen. Im Aufsichtsrat hat Diess nach Angaben von Teilnehmern auf kritische Nachfragen versichert, dass Stöcken nicht zur Disposition stehe.

„Wenn Scholz geht, wäre das trotzdem ein Riesenrückschlag für Hannover“, sagte ein Aufsichtsrat. Der Manager habe sich in Wolfsburg immer für die Belange des hiesigen Werkes stark gemacht. Auch auf der Arbeitnehmerseite würde man seinen Abschied bedauern. „Das ist ein harter Verhandlungspartner, mit dem wir viel gestritten haben“, sagte ein Gewerkschafter. „Aber Scholz war auch immer verlässlich.“ VWN und Stöcken hätten sich unter seiner Führung gut entwickelt, auch unter dem Strich könne der Konzern mit der Marke zufrieden sein: „Deshalb machen uns diese unwidersprochenen Gerüchte schon nervös.“

Von Jens Heitmann

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