Die Deutsche Börse AG in Frankfurt gab am späten Mittwochabend bekannt, dass der hannoversche Rückversicherer zusammen mit dem Gesundheitskonzern Fresenius in den Index der 30 wichtigsten deutschen Aktien aufgenommen wird. Ihren Platz räumen müssen dafür die Postbank sowie der Chiphersteller Infineon.
Der Aufstieg der bisher im Mittelwerte-Index M-Dax vertretenen Hannover Rück in die oberste Börsenliga hatte sich schon seit einiger Zeit abgezeichnet, gleichwohl wollte sich das Unternehmen am Mittwoch vor der endgültigen Entscheidung nicht dazu äußern. Glückwünsche kamen dagegen schon vor der offiziellen Bekanntgabe vom Land Niedersachsen. „Die Landesregierung freut sich und gratuliert, dass die Hannover Rück in den Dax aufsteigt“, erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Damit sei Niedersachsen demnächst wieder mit drei Unternehmen im wichtigsten deutschen Aktienindex vertreten. Außer Hannover Rück sind das die Volkswagen AG und die Salzgitter AG. „Die Entscheidung ist eine weitere Aufwertung des Finanzplatzes Niedersachsen.“
Entscheidend für die Zugehörigkeit zum Dax sind die Kriterien Marktkapitalisierung, also der Wert des Unternehmens gemessen am Aktienkurs, der Umfang des Streubesitzes sowie der durchschnittliche Börsenumsatz der jeweiligen Aktie. Hannover Rück kam am Mittwoch etwa auf eine Marktkapitalisierung von 3,15 Milliarden Euro, wovon die Hälfte dem Streubesitz zuzurechnen ist.
Das Unternehmen ist seit 1994 börsennotiert. 1966 als Tochter des Haftpflichtverbands der Deutschen Industrie (HDI) gegründet, hat sich die damalige „Aktiengesellschaft für Transport und Rückversicherung“ in den gut 40 Jahren ihres Bestehens zu einer führenden Adresse in der Rückversicherung entwickelt.
Sie sieht sich derzeit als die globale Nummer vier und Deutschlands zweitgrößten Rückversicherer nach der Münchener Rück. Im laufenden Jahr dürften die Prämieneinahmen mehr als 9 Milliarden Euro erreichen. Das Jahr 2008 hatte Hannover-Rück-Chef Wilhelm Zeller bereits vor einigen Monaten als ein „verlorenes Jahr“ abgehakt, weil das Unternehmen wegen der einbrechenden Börsen schmerzhafte Einbußen in der Kapitalanlage zu verzeichnen hatte.
Gleichwohl gibt sich die Unternehmensführung optimistisch. Wegen der Finanzkrise und der daraus resultierenden Kapitalverluste bei wichtigen Wettbewerbern hätten finanziell gut ausgestattete Unternehmen wie Hannover Rück nun umso bessere Chancen auf dem weltweiten Rückversicherungsmarkt.
Rückversicherer gelten als „Versicherer der Versicherer“. Ihre Kunden sind also Erstversicherungsgesellschaften, die auf diese Weise ihr eigenes Risiko verringern oder ihr Geschäftswachstum finanziell absichern wollen. Die zum hannoverschen Talanx-Konzern gehörende Hannover Rück beschäftigt weltweit etwa 1900 Mitarbeiter in rund 20 Ländern.
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