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Hannovers Conti steuert auf Rekordjahr zu

Autoindustrie Hannovers Conti steuert auf Rekordjahr zu

Der hannoversche Traditionskonzern Continental ist auf dem besten Weg, sein 140. Geschäftsjahr mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn abzuschließen. Im ersten Halbjahr verdiente das Unternehmen mit 683 Millionen Euro unterm Strich doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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Continental ist auf dem besten Weg, das Geschäftsjahr mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn abzuschließen.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Gleichzeitig avanciert Conti zur Jobmaschine. Allein in den ersten sechs Monaten wuchs die Mitarbeiterzahl weltweit um 11.000 auf 159.000. Gut 2500 neue Jobs entstanden in Deutschland, etwa 300 davon am Sitz in Hannover.

Angesichts einer boomenden Autokonjunktur schraubte das Unternehmen seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2011 in die Höhe. Man rechne nun mit einem Umsatz von mindestens 29,5 Milliarden Euro und mit einem um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis, das bei zehn Prozent der Erlöse liegen werde, sagte Konzernchef Elmar Degenhart. Im vergangenen Jahr hatte Conti 26 Milliarden Euro und 9,7 Prozent erreicht.

„Wir sehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Grund dafür, dass sich die gute Ergebnisentwicklung im zweiten Halbjahr abschwächen wird“, sagte Degenhart. Damit gab sich der Conti-Chef optimistischer als andere Topmanager der Branche. Erst am Vortag hatte VW-Chef Martin Winterkorn gewarnt, es werde dem Konzern „einiges an Arbeit abverlangen, um das hohe Niveau zu halten“.

Die Hannoveraner könnten da aufgrund ihres breiten Kundenspektrums durchaus optimistischer sein, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer dieser Zeitung. „Auftragslage und Abrufzahlen der Hersteller sind auf stabilem Niveau.“ Conti ist etwa bei den Premiummarken stark vertreten, die noch keine Abschwächungstendenzen in ihrem Geschäft erkennen können. Zudem profitiert der Konzern von seinem Reifengeschäft und ContiTech, beide Bereiche sind weit weniger von Orders aus der Autoindustrie abhängig als das Zuliefergeschäft.

Allein die diversen Preiserhöhungen im Reifengeschäft werden für spürbare Umsatzzuwächse sorgen. Conti macht die stark gestiegenen Rohstoffpreise für die Verteuerung verantwortlich. Schäfer schloss weitere Schritte in diesem Jahr nicht aus. Allein seit Jahresbeginn hat der Konzern die Preise zweimal bei Pkw- und dreimal bei Lkw-Reifen angehoben – jeweils zwischen fünf und zwölf Prozent. Ziel sei es, die höheren Rohstoffkosten komplett an die Kunden weiterzugeben.

Continental geht inzwischen davon aus, dass die Sparten Reifen und ContiTech in diesem Jahr 850 Millionen Euro für Rohstoffe ausgeben müssen – 150 Millionen mehr als bislang veranschlagt. Gleichwohl nagt speziell die Sparte Pkw-Reifen nicht am Hungertuch: Sie steuerte im Halbjahr mit 532 Millionen Euro allein 40 Prozent zum operativen Konzernergebnis von 1,3 Milliarden Euro bei.

Die guten Geschäfte sorgen auch dafür, dass der Konzern seine Schulden weiter drücken kann. Schäfer rechnet damit, dass sie bis Jahresende auf „deutlich unter sieben Milliarden Euro“ sinken werden.

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