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Steuerberater fordern mehr Transparenz

Steuermodernisierungsgesetz Steuerberater fordern mehr Transparenz

Im Sommer hat der Bundestag das Steuermodernisierungsgesetz beschlossen, das schnellere Bearbeitung, eine Reduzierung der Pflicht zur Belegvorlage und zum Teil deutlich längere Fristen für die Abgabe von Steuererklärungen vorsieht. Finanzverwaltung und Steuerberater haben es gemeinsam diskutiert.

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"Probleme gemeinsam lösen": Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (li.) und Carsten Fischer, Präsident der Steuerberaterkammer Niedersachsen, beim Finanzforum in der adenauerallee.

Quelle: Markus Wiese

Hannover. Wer profitiert von der Modernisierung des Steuerrechts, die der Bundestag beschlossen hat? Niedersachsens Steuerberater fürchten, dass ausschließlich die Finanzbehörden Vorteile haben, wenn Steuererklärungen künftig weitgehend automatisch bearbeitet werden – sie selbst dagegen mehr Arbeit und Verpflichtungen haben. Beim gemeinsamen Finanzforum von niedersächsischer Finanzverwaltung und Steuerberaterkammer sagte Kammerpräsident Carsten Fischer: „Unser Berufsstand unterstützt das Ziel, aber von den Synergien soll nicht nur die Finanzverwaltung profitieren.“ Steuerpflichtige müssten Vorteile erhalten etwa durch bessere Auskünfte oder eine höhere Transparenz in den Behörden.

Das Steuermodernisierungsgesetz sieht zum Beispiel vor, dass kaum noch Belege eingereicht werden müssen. Fordern aber später bei der Prüfung die Behörden doch noch Belege an, dann müssen die Steuerberater diese Unterlagen vorrätig haben – und dafür eine komplizierte Logistik vorhalten. Sorgen gibt es auch um den Datenschutz, wenn die Ämter künftig Steuerdaten mit 80  Ländern austauschen wollen, und vor allem um das neue Risikomanagementsystem der Finanzbehörden. Nach Kriterien, die streng geheim sind, sortiert es alle Steuererklärungen vollautomatisch in verschiedene Risikoklassen ein und legt nur bestimmte Problemfälle den Finanzbeamten zur Prüfung vor.

In der von HAZ-Redakteur Conrad von Meding moderierten Veranstaltung betonte Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD), man schenke den Steuerbürgern künftig „noch mehr Glauben, dass die Angaben in den Steuererklärung richtig sind“. Genau dazu trage die weitgehende Abschaffung der Pflicht zur Belegvorlage bei. Und auch die Fristen verlängerten sich. So dürfen Steuerberater ab Veranlagungsjahr 2018 die Erklärungen ihrer Mandaten wieder bis Ende Februar des Zweitfolgejahres abgeben.

Von HAZ-Redaktion

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