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Hanomag kann wieder "Gas geben"

25 Jahre nach Komatsu-Einstieg Hanomag kann wieder "Gas geben"

25 Jahre Hanomag und Komatsu: In Hannover haben Beschäftigte das Jubiläum mit einem großen Bankett in jener Halle gefeiert, in der bis heute Bagger, Radlader und Muldenkipper hergestellt werden.

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Feierlaune: Günter Papenburg, Göksel Güner, Shuji Yamashita von Komatsu, Gerhard Schröder, Regionspräsident Hauke Jagau (v. l.).

Quelle: Dröse

Hannover. Die Erleichterung wirkt bis heute nach. Wenn Peter Koch seine Frühschicht in Linden antritt, dann belegen die Werkshallen seines Arbeitgebers nur noch einen Bruchteil dessen, was früher die traditionsreiche Hanomag ausmachte. Und die Belegschaft ist nicht einmal mehr ein Viertel so groß wie vor 35 Jahren, als der Dreher seinen ersten Arbeitstag in Hannover-Linden hatte. Und doch kommt er immer noch gern zur Arbeit, will trotz seines passenden Alters keine Rente mit 63 beantragen. „Ich kann mich von der Firma nicht trennen“, sagt er.

Koch ist einer von vielen unter den Hanomag-Beschäftigten, die harte Jahre mitgemacht haben. Immer wieder Verkäufe, Umstrukturierungen, Zerschlagungen – am Ende schließlich die Pleite im Jahr 1984. Mit einer Auffanggesellschaft versuchte ein Unternehmertrio rund um den Baumagnaten Günter Papenburg schließlich, den Konzern über Wasser zu halten – und fand schließlich vor 25 Jahren im japanischen Baumaschinenkonzern Komatsu einen Käufer. „Die haben uns nicht einfach geschluckt, sondern sich mit uns verbunden“, sagt Koch.

Dass diese Verbindung nun schon 
25 Jahre hält, haben sie gestern einfach mal gefeiert in Hannover – mit vorzeitigem Schichtende und großem Bankett in jener Halle, in der bis heute Bagger, Radlader und Muldenkipper hergestellt werden. Denn ein Vierteljahrhundert zu einem Konzern zu gehören – das kannte man bislang nicht bei der Hanomag. „Die Muttergesellschaft hat viel Geduld gezeigt“, lobte gestern Altkanzler Gerhard Schröder die Japaner. Der SPD-Politiker musste einst als niedersächsischer Ministerpräsident vermitteln, als es um die Zusammenarbeit zwischen Komatsu und Hanomag ging. „Es gab damals viele Befürchtungen, dass da wieder ein Investor nach Hannover kommt und nicht bleibt.“ Man habe jedoch schnell gemerkt, dass Komatsu ein großes Interesse an Know-how und Standort hatte.

Und Geduld brauchten die Japaner viel. Nicht nur, was das „Gesundschrumpfen“ des Standorts anging, auf dem heute Bau- und Fahrradmärkte ebenso Platz finden wie IT-Firmen oder Waschstraßen. Auch ist das Geschäft der Hannoveraner bis heute stark zyklisch. Immer wieder war Komatsu Hanomag, wie das Unternehmen heute heißt, in den roten Zahlen, hatte gewaltige Produktionsausschläge nach oben und unten zu verzeichnen.

Kurz vor dem Platzen der Immobilienblase beispielsweise fertigten sie in Linden rund 4000 Bagger im Jahr. In der Wirtschaftskrise sank der Absatz dann auf weniger als ein Viertel. Trotzdem habe man dank der Unterstützung aus Tokio „die Jahrhundertkrise ohne große Blessuren überstanden“, sagte Komatsu-Hanomag-Chef Göksel Güner. Damals willigte die Konzernspitze ein, mithilfe von Minusstunden, Kurzarbeit und anderen Maßnahmen das Gros der Stammbelegschaft zu halten. Über eine Durststrecke von fünf Jahren.

Rechtzeitig zum Jubiläum ist das Werk wieder ordentlich ausgelastet. Man produziert immerhin im Ein-Schicht-Betrieb, in einigen Bereichen werden kräftig Überstunden gefahren. „Weil wir die Leute gehalten haben, konnten wir gleich wieder Gas geben“, sagte Güner. So wird der Standort mit seinen 580 Mitarbeitern in diesem Jahr seinen Absatz um 50 Prozent auf 1700 Fahrzeuge steigern.

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