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Niedersachsen Heizölpreise steigen auf Drei-Jahres-Hoch
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Heizölpreise steigen auf Drei-Jahres-Hoch
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00:29 10.05.2018
Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses vor. Quelle: dpa
Hannover

 Die Sorge vor einem Rückgang der Rohölproduktion treibt die Preise in die Höhe. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich am Montag auf mehr als 75 Dollar – dieses Niveau wurde zuletzt im November 2014 erreicht. In der Folgen zogen auch die Sprit- und Heizölpreise an: An den Tankstellen haben die Preise für Benzin teilweise die Marke von 1,40 Euro je Liter überschritten, für Heizöl mussten die Kunden gestern im bundesweiten Durchschnitt rund 68 Euro für 100 Liter bezahlen. 

Der Preistrend an den Rohölmärkten weist schon seit Längerem nach oben, weil sich die Opec-Staaten und Russland Ende 2016 auf eine Verringerung der Fördermenge verständigt haben, die mindestens bis Ende dieses Jahres fortdauern soll. Der aktuelle Anstieg  der Preise resultiert nach Einschätzung von Experten aus der Angst vor der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA und einer Eskalation der politischen Krise in Venezuela.

Sollte US-Präsident Donald Trump  im Laufe dieser Woche die Aussetzung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran aufheben, könnte das auch den Ölexport des Landes treffen. Mit 2,6 Millionen Barrel pro Tag hatten die Ausfuhren im April den höchsten Stand seit der Unterzeichnung des Atomabkommens erreicht – neuerliche Sanktionen können Exporte um bis zu 600.000 Fass pro Tag verringern, meinen Branchenkenner. In Venezuela ist die Fördermenge mittlerweile auf 1,5 Millionen Barrel täglich gesunken, ein weiterer Rückgang auf weniger als eine Million Fass sei denkbar, hieß es.

Parallel dazu steigt die Nachfrage: Im vergangenen Jahr hat sich der Öl-Bedarf um 1,7 Millionen Barrel pro Tag erhöht, im ersten Quartal 2018 ging die Nachfrage um 2,5 Millionen Fasss täglich nach oben – das ist die höchste Wachstumsrate seit acht Jahren. Das wiederum fördert den Ehrgeiz der Produzenten in den USA: Die Zahl der aktiven Bohrungen nach Schiefer-Öl ist in der vergangenen Woche auf 834 gestiegen – das ist der höchste Stand seit drei Jahren. Für das laufende Jahr rechnen Analysten mit einer Erhöhung der Fördermenge um bis zu 1,2 Millionen Barrel am Tag. 

„Für die Wahrnehmung einer wachsenden Ölproduktion ist im Nervensystem der Finanzszene derzeit jedoch keine Synapse frei“, sagte Klaus Bergmann vom Lüneburger Vergleichsportal Esyoil. Für die Verbraucher sei der Trend daher „nicht rosig“, hieß es bei der Konkurrenz von Tecson. Wer auf sinkende Preise spekuliere, benötige starke Nerven – bei einem schlecht gefüllten Heizöltank sei zumindest der Kauf einer Teilmenge sinnvoll. 

Trotz der akuten Sorgen um den Iran und Venezuela rechnet man in der Branche damit, dass sich der Preisanstieg in den nächsten Monaten abschwächen wird. Ab einem Niveau von 60 Dollar je Barrel wachse die Ölnachfrage langsamer als die Weltwirtschaft, hieß es gestern. Verbraucher stiegen dann vermehrt auf andere Rohstoffe um oder gäben mehr Geld für Energiespartechnik aus.

Von Jens Heitmann

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