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„Die Fusion mit Hildesheim hilft uns“

Interview mit Henning Deneke-Jöhrens „Die Fusion mit Hildesheim hilft uns“

Henning Deneke-Jöhrens ist gelernter Bankkaufmann und hat ein Betriebswirtschaftsstudium in Göttingen absolviert. Im Interview spricht der der Vorstandsvorsitzender der Volksbank Lehrte Springe über die Fusion mit der Volksbank Hildesheim.

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Der Vorstandsvorsitzender der Volksbank Lehrte Springe, Deneke-Jöhrens, am 29.07.2014 in Lehrte.

Quelle: Tobias Kleinschmidt
  • Zur Person: Henning Deneke-Jöhrens (51), ist gelernter Bankkaufmann und hat ein Betriebswirtschaftsstudium in Göttingen absolviert. Von 1990 bis 1999 war er beim genossenschaftlichen Prüfungsverband in Hannover tätig und hat sich in dieser Zeit zum Wirtschaftsprüfer und Steuerberater weitergebildet. 1999 wechselte er zur Volksbank Lehrte eG, wo er 2001 in den Vorstand aufrückte. Seit 2004 ist er Vorstandssprecher der Volksbank Lehrte-Springe-Pattensen-Ronnenberg. Deneke-Jöhrens ist verheiratet und hat zwei Kinder, die Familie wohnt in Lehrte.Henning Deneke-Jöhrens (51), ist gelernter Bankkaufmann und hat ein Betriebswirtschaftsstudium in Göttingen absolviert. Von 1990 bis 1999 war er beim genossenschaftlichen Prüfungsverband in Hannover tätig und hat sich in dieser Zeit zum Wirtschaftsprüfer und Steuerberater weitergebildet. 1999 wechselte er zur Volksbank Lehrte eG, wo er 2001 in den Vorstand aufrückte. Seit 2004 ist er Vorstandssprecher der Volksbank Lehrte-Springe-Pattensen-Ronnenberg. Deneke-Jöhrens ist verheiratet und hat zwei Kinder, die Familie wohnt in Lehrte.

Hannover. Die Fusion mit der Volksbank Hildesheim hat schon mal einen Vorteil. Sie verhilft Ihnen zu einem etwas kürzeren Namen ...
Das stimmt. Aber davon abgesehen glaube ich, die Namensfindung für das neue Institut ist ganz gut gelungen. Schließlich sind mit Hildesheim, Lehrte und Pattensen unsere drei Hauptgeschäftsgebiete aufgeführt, dort sind künftig unsere Hauptstellen angesiedelt.

Wo steht die neue Volksbank im Vergleich?
Mit fast 70 000 Mitgliedern und 51 Zweigstellen sind wir künftig die Nummer sechs unter den Volksbanken in den acht norddeutschen Bundesländern. Unser Geschäftsgebiet reicht dann von Lamspringe im Süden bis Lehrte-Sie-vershausen im Norden.

Was treibt Sie zum Zusammenschluss?
Jedenfalls nicht die wirtschaftliche Not. Unsere Volksbank ist gesund und ertragsstark. Allerdings müssen wir uns etlichen Herausforderungen stellen. Das Zinstief nagt an den Erträgen, die zunehmende Regulierung, der Gegenwind vom Gesetzgeber - um einige Beispiele zu nennen. Als Volksbank sehen wir unsere Aufgabe in der flächendeckenden Versorgung der Kunden in unserem Geschäftsgebiet. Auf der anderen Seite stehen die betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten. Die Fusion hilft uns, diesen Spagat hinzukriegen.

Die Fusion soll die Zukunftsfähigkeit der Bank sichern. Wie soll das gehen?
Wir wollen die Effizienz erhöhen, insbesondere in der Verwaltung und den Marktfolgebereichen. Im Vertrieb, also im Kundengeschäft, wird dagegen nicht so viel passieren.

Wie stark sollen die Kosten runter - und was bedeutet das für die Arbeitsplätze?
Wir peilen rund 10 Prozent Kostenersparnis an. Dazu soll auch ein Stellenabbau beitragen. Allerdings wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Was passiert mit dem Zweigstellennetz?
Wir sind gut beraten, ein dichtes Netz zu erhalten. Schließungen wollen wir daher vermeiden. Man kann aber überlegen, ob die kleinste Zweigstelle genauso lange öffnen muss wie eine große. Grundsätzlich muss sich aber jede Filiale rechnen, das sind wir unseren Mitgliedern schuldig.

Geht es nur darum, Kosten zu senken?
Nein, der Zusammenschluss soll uns auch helfen, die Erträge zu steigern. Wir halten ein Plus von 10 Prozent für denkbar, indem wir neue Kunden gewinnen. Schließlich können wir künftig größere Einzelkredite vergeben.

Welche Rolle spielt für Sie das gewerbliche Kreditgeschäft?
Das Kreditgeschäft mit dem Mittelstand ist mit einem Anteil von etwa 50 Prozent eine wichtige Säule unseres zinsabhängigen Geschäfts. Ein starkes Standbein haben wir in der grünen Branche, die Landwirte sind eine bedeutende Kundengruppe. Zum Beispiel finanzieren wir ihre Investitionen in Biogas- oder Photovoltaikanlagen. Unsere Kreditkunden sind sehr solide, die Ausfälle sind gering.

Viele Banken schimpfen über die ausufernde Regulatorik durch immer neue Vorgaben aus Berlin und Brüssel oder von der Aufsicht. Sie auch?
Ich könnte auch ein Klagelied singen, aber das wird uns dann nur als Lobbyismus angekreidet.

Was stört Sie?
Ein aktuelles Beispiel habe ich gerade auf den Tisch bekommen. Die Bundesbank hat ein 10-seitiges Rundschreiben versandt, wie wir künftig mit Münzgeld umzugehen haben. Ein anderes Beispiel: Warum müssen unsere Mitarbeiter, die im Wertpapiergeschäft beraten, in ein zentrales Melderegister eingetragen werden, während der graue Markt kaum kontrolliert wird? Oder welchen Nutzen haben die Kunden von den seit einigen Jahren vorgeschriebenen Beratungsprotokollen? Das ist sicher gut gemeint, bringt aber nicht mehr Sicherheit und Vertrauen.

So schlimm hört sich das alles nicht an ...
Es ist die Summe an neuen Vorschriften, die für uns auch teuer sind. Wir brauchen mehr Personal, um die verschärften Aufsichtsregeln zu erfüllen, das kostet uns eine halbe Million Euro jährlich. Und das ist noch nicht das Ende. Damit trifft man gerade kleinere Banken. Große Häuser haben es einfacher, mit dem Thema umzugehen. Dabei müsste man gerade Genossenschaftsbanken fördern, und zwar in ganz Europa. Wir sind ein Stabilitätsanker des Finanzsystems.

Haben Sie Mühe, die strengeren Kapitalanforderungen zu erreichen?
Überhaupt nicht. Unsere Kernkapitalquote liegt bei 25 Prozent, das ist ein Spitzenwert. Wir könnten damit erheblich mehr Kreditgeschäft machen.

Es gibt politische Bestrebungen, den Zinssatz für Kontoüberziehungen zu deckeln. Was halten Sie davon?
Wir haben als eine der ersten Banken den Zinsaufschlag für geduldete Überziehungen abgeschafft. Unser Dispozins reicht von 7,5 Prozent bis 13,75 Prozent, je nach Kundenbonität. Etwa 60 Prozent zahlen den niedrigsten Satz. Ich sehe keinen Grund für ein Eingreifen des Gesetzgebers. Das gilt übrigens auch für die Idee, die Gebühr für die Geldautomatennutzung zu begrenzen.

Ist es nicht richtig, dass Fremdkunden am Automaten oft abgezockt werden?
Ich halte die politische Diskussion für völlig verfehlt. Wir können keine Mondpreise verlangen. Außerdem ist das teure Netz an Geldausgabeautomaten eine Leistung für unsere Kunden. Das Thema wird von den Direktbanken hochgespielt, die selbst nicht in Geldautomaten investieren wollen. Ich finde es dreist, dass sie ihre Kunden zu uns schicken und uns dafür dann noch die Preise dafür vorschreiben lassen wollen.

Interview: Albrecht Scheuermann

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