Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -4 ° sonnig

Navigation:
Herr Kamp, wozu brauche ich einen Bausparvertrag?

LBS-Chef im Interview Herr Kamp, wozu brauche ich einen Bausparvertrag?

Rüdiger Kamp, Chef der LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover, spricht im Interview über den Sinn des Bausparens, Branchenprobleme – und Ärger mit alten Verträgen.

Voriger Artikel
Standort Hannover verliert an Bedeutung
Nächster Artikel
Talanx-Konzern streicht 600 Jobs

Rüdiger Kamp führt seit 2006 die LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Herr Kamp, heute gibt es äußerst günstiges Baugeld fast an jeder Ecke und im Internet. Wozu brauche ich da überhaupt noch einen Bausparvertrag?
Da kann ich einige Gründe nennen. Bausparen bietet eine Absicherung gegen künftige Zinssteigerungen. Wer heute einen Vertrag abschließt, sichert sich schließlich für sein Bauspardarlehen das heutige Zinsniveau, auch wenn er das Geld erst in fünf oder sieben Jahren braucht.

Die Bauzinsen sind schon lange sehr niedrig. Zieht das Argument bei Ihren Kunden immer noch?
Offensichtlich, dafür spricht unser konstant gutes Neugeschäft. Und die Bausparsummen sind mit jetzt durchschnittlich 30 000 Euro deutlich gestiegen - das zeigt, dass die Kunden wirklich später mit dem Geld eine Immobilie kaufen oder modernisieren wollen.

Aber das Zinsargument allein dürfte nicht ausreichen, um die Kunden anzulocken ...
Sie dürfen nicht vergessen, dass Bausparverträge gleich dreifach gefördert werden - durch Sparzulage, Wohnungsbauprämie und die Riester-Förderung. Das ist gerade für unsere Kunden wichtig, das sind schließlich überwiegend Menschen mit kleinen bis mittleren Einkommen.

Wie sieht es mit dem Image des Bausparens aus - es galt ja lange als verstaubt und nicht mehr zeitgemäß?
Unser Angebot weckt im Gegensatz etwa zu reinen Kreditangeboten der Banken positive Emotionen. Wir stehen für die Verwirklichung des Traums von den eigenen vier Wänden, und danach streben die meisten Menschen. Sie sehen uns zu Recht als Kompetenzpartner rund um die Immobilie. Und außerdem hilft uns, dass das Bausparen per Gesetz ein sehr geschützter Bereich ist. Der Kunde weiß, dass sein Geld bei uns sicher ist.

Also kann bei den Bausparkassen alles so weiterlaufen wie in der Vergangenheit?
Nein, bestimmt nicht. Die Niedrigzinsen setzen uns schon zu, ebenso die hohen Kosten durch die verschärfte Regulierung. Wir müssen darauf reagieren. Deshalb haben wir in Abstimmung mit unseren Eigentümern und der Belegschaft ein Maßnahmenpaket entwickelt.

Was sind die wichtigsten Bestandteile?
Ein wichtiges Element ist die Begrenzung der Personalkosten, insbesondere für die betriebliche Altersvorsorge. Um sie in den Griff zu bekommen, haben wir ein neues Versorgungswerk beschlossen. Die alten Ansprüche unserer Mitarbeiter bleiben aber voll erhalten.

Wollen Sie auch Personal abbauen?
Ja, die Mitarbeiterzahl soll in den nächsten Jahren auf 430 sinken. Jetzt sind es noch etwa 500. Entlassungen sind aber definitiv ausgeschlossen, das habe ich mir auf die Fahne geschrieben. Wir wollen das vor allem über die normale Fluktuation und Vorruhestand regeln.

Was soll sich noch ändern?
Wir haben unseren Vertrieb neu geordnet. Die 47 Sparkassen in Niedersachsen spielen jetzt für uns eine noch größere Rolle, auf sie entfallen immerhin zwei Drittel unseres Neugeschäfts. Dagegen haben wir unseren eigenen Außendienst gestrafft. Er wird künftig etwa ein Viertel kleiner sein als heute. Dabei soll es aber nun bleiben, die beiden Vertriebswege ergänzen sich wunderbar.

Viele alte Kunden der Bausparkassen sind verärgert, weil sie aus ihren gut verzinsten Bausparverträgen aus früheren Zeiten herausgedrängt werden. Was sagen Sie ihnen?
Es geht dabei um Verträge, die die Kunden nur als hoch verzinste Geldanlage nutzen. Bausparen beruht aber auf dem Prinzip: Man spart im Kollektiv, um später aus dem Kollektiv ein günstiges Darlehen zu erhalten. Das funktioniert nicht mehr, wenn eine Kundengruppe übermäßig begünstigt wird. Wenn Bestandskunden auf Dauer zu hohe Zinsen auf ihre Guthaben erhalten, trifft das unsere Neukunden, weil für sie nicht genug günstige Mittel vorhanden sind.

Wie viele Kunden haben sich bei Ihnen beschwert, weil sie vor die Tür gesetzt werden?
Wir haben keine Kunden vor die Tür gesetzt, sondern ihnen neue Angebote gemacht. Von den insgesamt angeschriebenen 26 000 Kunden haben sich 1550 beschwert. Nur 19 Klagen wurden deswegen eingereicht.

Haben Sie selbst auch einen Bausparvertrag?
Ja, ich habe sogar zwei abgeschlossen. Einen für alle Eventualitäten, einen anderen für den altersgerechten Umbau unseres Hauses. Und auch meine vier Kinder haben alle einen Bausparvertrag.

Interview: Albrecht Scheuermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 84,27 +0,06%
CONTINENTAL 163,65 -0,51%
DELTICOM 16,30 -0,02%
HANNO. RÜCK 99,54 -0,73%
SALZGITTER 29,63 -1,45%
SARTORIUS AG... 68,99 +0,18%
SYMRISE 56,74 -1,15%
TALANX AG NA... 29,92 -1,12%
TUI 12,16 -1,18%
VOLKSWAGEN VZ 123,82 -0,59%
DAX
Chart
DAX 10.617,00 -0,77%
TecDAX 1.711,00 -0,91%
EUR/USD 1,0590 -0,07%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FRESENIUS... 67,76 +1,07%
MERCK 95,61 +0,28%
E.ON 6,19 +0,28%
LUFTHANSA 12,39 -1,97%
BASF 79,04 -1,58%
DT. BANK 14,60 -1,20%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 163,95%
Bakersteel Global AF 158,73%
Structured Solutio AF 150,37%
Stabilitas PACIFIC AF 131,47%
Crocodile Capital MF 124,32%

mehr